Pilzen für ein Buch auf der Spur

Rund 40 Teilnehmer zählte am Samstag eine Wanderung im Wald bei Landwüst, die von der Vogtländischen Arbeitsgemeinschaft Mykologie veranstaltet wurde. Nach zweieinhalb Stunden lagen 155 Arten in den Körben. Ausgefallenes war dabei.

Landwüst.

Es war kein übertriebener Optimismus, als Lothar Roth als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft vor Beginn der Waldexkursion prophezeite: "Es wird viele Pilze geben. Nicht in der Menge, aber dafür an Arten."

Es gibt Schwammesucher, denen das Herz höher schlägt, wenn sie ihren Korb randvoll füllen können mit Pilzen und zu Recht nur jene Arten mitnehmen, die sie kennen. Anders dagegen sieht es bei Mykologen, also Pilzkundlern, aus. Sie strahlen vor Freude, wenn sie möglichst viele Arten im Laub, auf der Wiese oder an Baumstämmen aufspüren. Wie am Samstag, als sie bei der Exkursion rund um Landwüst in der Überzahl waren. Kaum ging es los, bildeten sich schon nach wenigen Schritten Grüppchen, um einen Fund zu begutachten, auszuwerten und zu notieren. Das war Sache von Sandra Keller. Was sie im Verlaufe von zweieinhalb Stunden an Arten aufschrieb und kartierte, wird nach den Worten von Lothar Roth Eingang finden in ein Buch über Pilzarten in Sachsen.

80 Augen sehen mehr als zwei und so verwunderte es denn nicht, dass dank der Kenneraugen der Fachleute am Ende 155 Arten in den Körben landeten. Dabei waren es nicht nur solche schmackhaften Klassiker wie Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge, Stockschwämmchen oder Perlpilze. Bedeutend größer war die Vielfalt an solchen Arten, die für die Pfanne, zum Einfrieren oder Trocknen wegen ihrer Ungenießbarkeit oder gar Giftigkeit - Beispiel Pantherpilz - ganz und gar nicht geeignet sind. Wer sich nicht auskennt oder unsicher ist, der sollte unbedingt einen Pilzberater aufsuchen. Was gefunden wurde bei der Exkursion, glich einem Pilz-ABC: Von A wie Amethystfarbener Lacktrichterling über Goldfellschippling, Graublättiger Schwefelkopf, Kupferroter Geldfuß, Marzipanschneckling, Nebelkappe und Wohlriechender Trichterling bis hin zu Z wie Zimtfarbener Weichporling war alles vertreten. Selbst solche ausgefallene Arten wie die Röhrige Keule oder der Blutmilchpilz lagen vereinzelt in den Körben.

Mit der Exkursion am Samstag zog die Vogtländische Arbeitsgemeinschaft Mykologie den Schlussstrich unter die Saison der organisierten Pilzwanderungen - was natürlich nicht heißt, dass die Saison des Pilzsammelns vorbei ist.

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