Pinseln am Marktplatz für guten Zweck

Der Adorfer Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) hat am Samstag eine verlorene Faschingswette eingelöst: Er strich 15 Bänke auf dem Marktplatz und wurde dabei von Narren aus der Stadt und aus Oelsnitz unterstützt.

Adorf.

Wer sich kraft seiner Wassersuppe zu weit aus dem Fenster lehnt, muss damit rechnen, irgendwann die Konsequenzen zu tragen. Adorfs Stadtoberhaupt kann ein Liedchen davon singen: Rico Schmidt (SPD) hatte zum Auftakt der 45. Faschingssaison im November 2016 gewettet, dass es der Carnevals-Verein nicht schafft, ebenso viele Prinzen und Prinzessinnen auf die Bühne zu holen. Der Bürgermeister verlor das Spaßduell angesichts der 51 königlichen Narren und Närrinnen. Am Samstag löste er seinen Wetteinsatz ein und begann mit dem Streichen von 15 Bänken auf dem Marktplatz.

Wer weiß, wie lange Schmidt allein dafür gebraucht hätte. Damit er aber nicht zu sehr in der Sonne den Pinsel schwingen, sich die Hände beschmieren und von Schaulustigen belächeln lassen musste, griffen ihm Mitglieder des Adorfer Carnevals-Verein (ACV) und vom befreundeten Oelsnitzer Carnevalsclub (OCC) unter die Arme.


So kam es, dass die zunächst vorrätigen acht Pinsel nicht reichten, und ACV-Präsident Kay Burmeister noch schnell fünf weitere besorgt musste. Ob es ein Farbkonzept gibt - wollte zudem der Sperken-Narr Uwe Dietzel wissen. Nein, das gab es überraschenderweise nicht, vielleicht abgesehen davon, dass Rico Schmidt sich für ein erdiges Braun - "Das hat sich angeboten" - als Symbol für Bodenständigkeit entschieden hatte.

Die Bänke waren für die Streichaktion gut vorbereitet, was heißt: schon abgebürstet die alte Farbe und die Metallteile abgeklebt. Wie sich zeigte, hätte es keinen besseren Wetteinsatz geben können, denn die Sitzgelegenheiten auf dem Marktplatz "Herz von Adorf" haben durch die Witterung in den vergangenen Jahren stark gelitten. Hier und da bestand sogar die Gefahr, sich beim Niederlassen einen Splitter in den Po oder die Hände zu reißen. "Wir müssen mal schauen, ob wir nicht das Holz von einige Bänke komplett austauschen", dachte Rico Schmidt laut nach, während er seinen Pinsel in den Farbtopf tunkte.

Pünktlich mit der Mittag-Roster konnte ein Schlussstrich gezogen werden und Hinweise mit "Frisch gestrichen!" angepinnt werden.

Übrigens: Es blieb nicht beim erdigen Braun. Eine Bank wurde ganz zum Schluss mit den Stadtfarben Gelb und Schwarz, und eine mit den Farben des Adorfer Carnevals-Vereins verschönt - Rot und Weiß.

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