Plauener Werk von Insolvenz betroffen

Schweizer Group plant keine Entlassungen - Betrieb läuft normal weiter

Plauen.

Die Schweizer Group, Zulieferer von Gussteilen aus Aluminium und Magnesium für deutsche Automobil-Hersteller wie Mercedes und VW, hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Betroffen ist davon laut Mitteilung auch das Plauener Werk an der Schenkendorfstraße, wo Zylinderkopfhauben, Lagerrahmen und andere Aluteile hergestellt werden. Zurzeit sind 160 Mitarbeiter beschäftigt.

"Am Standort Plauen läuft es weiter wie bisher", erklärte auf Anfrage Roger Breu, Vorsitzender der Geschäftsführung. Mit zehn Prozent Produktionsrückgang seit August sei der Einbruch dort nicht so massiv wie in anderen Werken. "Ich sehe aktuell nicht, dass die Anzahl der Mitarbeiter reduziert werden muss", gibt Breu Entwarnung. Auswirkungen hat der Produktionsrückgang dennoch in Plauen: Seit September gebe es dort keine Leiharbeiter mehr, so Breu, auch würden die Wochenenden nicht mehr durchgearbeitet. Zuletzt wurden in Plauen rund zehn Millionen Euro für eine neue Produktionshalle investiert.

Im Gegensatz zu Plauen habe das Werk in Hattenhofen (Baden-Württemberg) einen viel größeren Umsatzeinbruch zu verzeichnen, erklärte er weiter. Dieser Standort ist ebenfalls von der Insolvenz betroffen, ebenso wie die Schweizer Group in Murrhardt (Baden-Württemberg) und Roding (Bayern). Der Geschäftsbetrieb soll ohne Unterbrechung weitergehen, so der Konzern.

Der Grund für das Insolvenzverfahren ist nach Firmenangaben ein drastischer Absatzrückgang von über 25 Prozent in der zweiten Jahreshälfte. Ausgelöst worden sei er durch Absatz-Einbußen bei Dieselfahrzeugen. Außerdem habe der neue Abgas-Teststandard WLTP (World Harmonized Light Vehicle Test Procedure), der seit 1. September für Neuzulassungen von PKW gilt, sich negativ auf Produktionsketten ausgewirkt - darunter auf deutsche Zulieferer.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...