Polizei löst rechtes Konzert auf

Als Sommerfeier wurde ein rechtsextremistisches Konzert bei Markneukirchen deklariert. Am Ende erteilte die Polizei zwei Strafanzeigen.

Markneukirchen/Plauen.

Die Polizei hat Freitagabend ein als Sommerfeier und private Veranstaltung getarntes rechtsextremistisches Konzert mit 45 Teilnehmern nahe Markneukirchen beendet. Die Beamten arbeiteten dabei mit Unterstützung der Chemnitzer Bereitschaftspolizei und Verantwortlichen des Landratsamtes. Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) war auch vor Ort.

Laut Einladung sollten zur "privaten Veranstaltung" die rechtsextremen Musiker "Reichstrunkenbold", Karin von "Wut aus Liebe" sowie der in der rechten Szene einschlägig bekannte Liedermacher "Freilichfrei" aus dem Raum Zwickau auftreten. Die Ankündigung verwies für nähere Informationen auf das Facebookprofil des Letztgenannten sowie auf "die üblichen Verdächtigen". Der Sächsische Verfassungsschutzbericht von 2018 führt "Freilichfrei", der sich Anhängern in den sozialen Netzwerken mit einem Bild präsentiert, das ihn vor Gericht zeigt, als "sehr aktiven Liedermacher" auf, der häufig als musikalische Begleitung von Veranstaltungen der rechtsextremistischen Szene in Sachsen und in anderen Bundesländern auftritt. Es besteht eine Verbindung zur in Plauen ansässigen rechtsextremistischen Kleinstpartei "Der dritte Weg", die das Mobilisierungspotenzial der subkulturellen Szene bei Konzerten dieser Art nutzt.


Die sogenannte Sommerfeier war im Juni über die sozialen Netzwerke angekündigt worden. Die Polizei habe Freitagabend den konkreten Veranstaltungsort ausfindig machen können, wollte ihn aber nicht näher benennen. Nach "Freie Presse" Informationen fand das Konzert am Mühlteich, einem Gelände zwischen Erlbach und Eubabrunn statt. Kurz nach 22 Uhr wurde die Veranstaltung aufgelöst. Eine Prüfung des Landratsamtes hatte "erhebliche ordnungspolizeiliche Mängel" ergeben. Heißt: Das Konzert wurde nicht als private Feier eingestuft und hätte angemeldet werden müssen. Da nur wenige der Gäste den Veranstaltungsort nach der Auflösung verließen, erteilte die Polizei Platzverweise. Außerdem wurden zwei Strafanzeigen gestellt, da ein Teilnehmer Kennzeichen von verfassungswidrigen Organisationen auf Kleidungsstücken trug und mehrfach Polizeibeamte beleidigte. Insgesamt waren 45 Kräfte im Einsatz.

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