Post findet Adressaten nicht

Eine Entscheidung des Gemeinderates Muldenhammer sorgte für Ver- ärgerung bei der Leader- Region Westerzgebirge. Wie sich alles aufklärte.

Muldenhammer.

Auf der Sitzung am 25. November hatte der Gemeinderat Muldenhammer mehrheitlich beschlossen, dass mit Beginn der neuen Förderperiode der Ortsteil Morgenröthe-Rautenkranz die Leader-Region Westerzgebirge verlässt und zur Region "Sagenhaftes Vogtland" wechselt. Hauptargument von Bürgermeister Jürgen Mann (Freie Wähler) war dabei, dass man als Gemeinde künftig einheitlich auftreten und daher komplett nur einer Leader-Region angehören wolle. Dieser Meinung schlossen sich fast alle Gemeinderäte an.

Überrascht war Jürgen Mann nun, als ihn in der vergangenen Woche ein Brief der Leader-Region erreichte, der von Wolfgang Ternick als Vorstandsvorsitzenden unterschrieben war. Der zeigte sich verärgert darüber, von der Entscheidung des Gemeinderates erst aus der "Freien Presse" erfahren zu haben. Man habe schließlich bereits im Juli die Mitgliederkommunen über den Vorbereitungsstand der neuen Förderperiode informiert und um Rückmeldung über den Verbleib in der Leader-Region gebeten. Der Bürgermeister solle das Schreiben zudem als offenen Brief betrachten, der in der nächsten Sitzung den Gemeinderäten zur Kenntnis gegeben werden solle. Eine Kopie des Briefes ging an die "Freie Presse", die in der Ausgabe vom 30. November über die Entscheidung berichtet hatte.

"Ich konnte mir die Reaktion nicht erklären", sagte Jürgen Mann auf Nachfrage. Er war sich sicher, sofort nach der Gemeinderatssitzung das Schreiben mit der Entscheidung an die Leader-Region in Aue-Schlema geschickt zu haben.

Am vergangenen Montag klärte sich die Situation auf. "Am Samstag lag unser Brief mit dem Vermerk 'unzustellbar' wieder im Briefkasten der Gemeinde - obwohl die Anschrift in Aue-Schlema völlig korrekt ist", so der Bürgermeister, der sich damit auch einen Reim auf die Reaktion von Wolfgang Ternick machen konnte. "In der Regel wird zusätzlich eine Mail mit dem Sachverhalt verschickt und dem Hinweis, dass der Brief unterwegs sei. Das ist in dem Fall nicht passiert. Dafür kann ich mich nur entschuldigen", so Jürgen Mann.

Er geht davon aus, dass inzwischen alle Missverständnisse ausgeräumt sind. "Wir wollen keineswegs mit dem Westerzgebirge brechen. Wir brauchen auch weiterhin die gegenseitige Zusammenarbeit, allein schon durch die Kammloipe und das in Arbeit befindliche Wanderwegekonzept", betonte der Bürgermeister.

Er sieht zudem Möglichkeiten einer Kooperation der Fördergebiete in Bezug auf die Montanregion Erzgebirge und den im Aufbau befindlichen Geopark "Sagenhaftes Vogtland". Muldenhammer wird für die Übergangszeit bis zum Beginn der neuen Förderperiode weiter seinen finanziellen Anteil für die Mitgliedschaft von Morgenröthe-Rautenkranz entrichten.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.