Postkarte wird 150 Jahre alt: Mehrfach-Motive gern gefragt

Ferienzeit ist Reisezeit - und die traditionelle Ansichtskarte hat sozialer Medien scheinbar noch längst nicht ausgedient.

Klingenthal.

Wer trotz Whatsapp, Handy und sonstiger technischer Kommunikationsmöglichkeiten wie vor 150 Jahre Urlaubsgrüße verschicken will, kann das auch weiterhin tun. Das Angebot an Ansichtskarten aus der Region ist schier unerschöpflich. Gefragt sind vor allem Karten mit mehreren Motiven, wie Michael Grimm von der Klingenthaler Tourist-Information bestätigten kann.

Die Postkarte in der heutigen Form erschien 1869 zuerst in Österreich-Ungarn. Mit der Einführung der Weltpostkarte 1875 konnten sie über alle Grenzen hinweg versandt werden. Die ersten Bildpostkarten gab es ab 1870. Ab 1885 durften auch private Verleger Postkarten herstellen und vertreiben.


Für Klingenthal lässt sich das Erscheinen der ersten Ansichtskarten im Klingenthaler Raum auf die Zeit um 1895 datieren. Damals wurde das Aschberggebiet von der Stadt- bevölkerung als Ausflugsgegend entdeckt. Über die Eisenbahn war die Region mit Industriezentren wie Zwickau, Aue, Chemnitz und Leipzig verbunden, und es kam bei den Besuchern schnell in Mode, von den Ausflügen einen Gruß an Freunde und Bekannte zu schicken.

Die wahrscheinlich ersten Ansichtskarten erschienen im Verlag von Moritz Körner und zeigten Klingenthal vom Friedensberg aus sowie die Rundkirche "Zum Friedefürsten". Von Körner stammt auch die wohl älteste bekannte Ansicht vom 1901 fertig gestellten Klingenthaler Marktplatz. Zu den frühen Verlagen - zwischen Zwota und Aschberg gab es letztlich mehr als drei Dutzend - gehörten außerdem die von Georg Meisel in Klingenthal und von Bernhard Rudolph in Untersachsenberg. Meisel brachte handkolorierte Karten mit Reliefdruck heraus, Rudolph arbeitete bei der Postkartenherstellung eng mit der Kunstanstalt Fritz Landgraf in Zwickau und später auch mit der Kunstanstalt Adorf zusammen.

Die Klingenthaler Ansichtskarten-Tradition setzte jüngst Marko Reinhold mit Motiven der Vogtland-Arena des Klingenthaler Marktplatzes und des Waldhotels Mühlleithen fort, während Andrea Zettl Grußkarten mit lokalen Weihnachtsmotiven entworfen hat.

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