Projekt bewilligt: Schneckenstein soll Puppenspektakel bekommen

Steffen Gerisch will mit dem Museumsverein eine alte Tradition wieder zum Leben erwecken. Was hinter dem Projekt steht.

Schneckenstein.

Ein verschmitztes Lächen hat Steffen Gerisch im Gesicht, wenn er über sein neues Projekt spricht. Der Chef vom Besucherbergwerk Grube Tanneberg und des Museumsvereins Schneckenstein will die Tradition des Puppenspiels aufleben lassen. Die Chancen dazu stehen gut, denn der Förderantrag über das Leader- Programm für ein Puppentheater-Projekt ist bewilligt - und das mit der für die Bewertung möglichen Höchstpunktzahl. Das fügt er in einem bescheidenen Nachsatz an.

"Museumspädagogik ist ein Schwerpunkt unseres Museumsvereins. Bei unserer bisherigen Arbeit haben wir festgestellt, dass Schule, Hort und Museum drei starke Partner sein können", sagt er. Dahinter steht das Anliegen "Kultur geht an die Schule". Gerisch hat dazu natürlich schon einen konkreten Plan: "Unser Ziel ist der Aufbau eines Puppentheaters, das die Kinder selbst gestalten, und für das sie auch ihre eigenen Handpuppen entwerfen können", erläutert er.

Der Diplom-Ingenieur und Vater zweier erwachsener Söhne weiß, wovon er spricht. Als Gerisch selbst noch Schüler der Klingenthaler August-Bebel-Oberschule war, gab es dort unter Leitung von Mathematiklehrer Wolfgang Rauner ein solches Puppentheater. "Das war in der sechsten oder siebenten Klasse. Mit unseren Programmen sind wir in der Jugendherberge auf dem Aschberg und auch vor Senioren aufgetreten. Das war eine schöne Sache und hat viel Spaß gemacht", erinnert er sich. Ein gutes Kulturprogramm für Kinder und Jugendliche sei zehnmal spannender als ein Nachmittag vor dem Fernseher oder mit der Play-Station, ist Gerisch bis heute überzeugt.

Bauen wird die Puppenbühne Tischlermeister Mario Samek aus dem Schönecker Ortsteil Arnoldsgrün. Wenn das gute Stück fertig ist, soll es eine offizielle Übergabe am Schneckenstein geben.

Unterstützung hat sich Gerisch auch bei der Sagentruppe des Heimatvereins Zwota geholt. Ihm schwebt nämlich vor, neben Märchenspielen und eigenen Programmen auch die Sagenwelt des Vogtlands auf die Puppenbühne zu bringen. Das Manuskript für das erste Stück ist bereits fertig. Es ist für Kinder geschrieben und handelt von der Sage um den Turmgeist im Roten Schlössel in Zwota und kann mit fünf Figuren gespielt werden: den Kindern Max, Tino und Steffi, Gitarrenbauer Pötzscher und dem Turmgeist. Eingebaut als Hörstück ist die von Hans-Joachim Tittmann gelesene Sage von der Gespensterfackel auf der Klingenthaler Alberthöhe, die auf der Sagen-CD der Zwotaer zu hören ist.

Das Puppentheater ist dabei für Steffen Gerisch nicht nur ein Hin- gucker. "Durch unser Projekt sollen die Kinder auch den Nutzen der Sprache erleben - und eine Sprache lernt man nur durch das Sprechen", ist er überzeugt.

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