Publikumspreis wirft Fragen auf

Friedrich Thiele (Cello) hat die Auszeichnung beim 54. Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen erhalten. Stimmen für Gitarre-Finalisten kamen nicht zur Geltung.

Markneukirchen.

Für das Publikum ist bis zuletzt offen geblieben, ob der Publikumspreis beim 54. Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen an einen Gitarristen oder Cellisten geht. In beiden Orchesterfinals am Donnerstag und Freitag erhielten Besucher beim Gang in die Musikhalle einen Stimmzettel, auf der sie ihren Favoriten unter den Finalisten ankreuzen konnten. Die bei der Gitarre abgegeben Stimmen fielen aber "durch den Rost" - entscheidend war, dass beim Cellofinale mehr Stimmen abgegeben wurden. Das war zwar im Teilnehmerkreis bekannt, aber längst nicht bei jedem Besucher - es wurde auch nicht öffentlich erklärt. Keine ganz glückliche Lösung, wie auch Andreas Rubner, Bürgermeister und Vorsitzender des Vereins Internationaler Instrumentalwettbewerb, auf Nachfrage einräumte.

Beim Internationalen Akkordeonwettbewerb Klingenthal ist die Regelung beim Publikumspreis klarer. Die Auszeichnung wird in der Kategorie VI - Solisten ohne Altersbegrenzung mit virtuoser Unterhaltungsmusik vergeben. Zwei Publikumspreise, die hätte Markneukirchens Wettbewerb durchaus gern, versichert Organisationschefin Carola Schlegel. Indes fehlt dafür bisher ein zweiter Sponsor. Den vergebenen Preis im Wert von 2500 Euro finanziert die Sparkasse Vogtland. Für die Summe standen entweder eine Oktavgitarre der Erlbacher Zupfinstrumentenbaumeisterin Bruni Jacob oder der Bogen eines vogtländischen Herstellers zur Wahl.


Der Liebling des Publikums war, laut Carola Schlegel bei den Stimmen durchaus eindeutig, der Cellist Friedrich Thiele, 2. Preisträger im Urteil der Jury. Unter fünf zur Wahl stehenden vogtländischen Bogen entschied sich der 22-Jährige aus Dresden am Samstag für einen Bogen des Bad Brambacher Meisters Steffen Kuhnla. Damit machte zum zweiten Mal ein Kuhnla-Bogen beim Publikumspreis das Rennen. Ausgewählt hatte er ihn, nachdem er auch noch die Meinung seiner Mutter eingeholt hatte - diese war ebenso wie die Mutter des 3. Preisträgers Cello, des Schweden Daniel Thorell, extra zum Endspurt des Wettbewerbs angereist. Mit dem gewonnenen Bogen spielte Thiele vor Publikum den ersten Satz aus Brahms' Sonate op. 99. Dafür legte er sogar seinen sonst gespielten Bogen aus der Hand. Auch dieser stammt aus dem Vogtland - aus der Werkstatt des Plauener Meisters Rüdiger Pfau.

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