Radon-Problem schlägt in Bad Elster hohe Wellen

Die hohe Belastung im Kellergeschoss der Grundschule von Bad Elster alarmiert Eltern. Es gibt einen weiteren Grund für Ärger.

Bad Elster.

Die Thematisierung des Radon-Problems in der "Freien Presse" mit Veröffentlichung von besorgniserregend hohen Messwerten in der Grundschule hat Bad Elster kalt erwischt. Das wurde zur Stadtratssitzung am Mittwochabend deutlich. Weder Elternvertreter noch Stadträte waren durch Bürgermeister Olaf Schlott (Unabhängige Bürgerschaft) informiert worden, dass der Messwert im Bereich der Essensausgabe den seit Jahresbeginn geltenden Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft um das Vierfache überschreitet. Die Messung im Gebäude lief ein Jahr lang. Die Daten lagen seit Februar vor. Entsprechend hagelte es Kritik. Allerdings waren die Stadträte sichtlich bemüht, das Thema auf einer sachlichen Ebene zu halten - die Wellen, die das Problem unter Eltern geschlagen habe, seien in den vergangenen Tagen hoch gewesen.

"Es ist schlecht, wenn man davon aus der Zeitung erfährt", sagte etwa Dierk Häslich (CDU). "Da hätte ich mir mehr Transparenz gewünscht." Ähnlich äußerte sich Dieter Heyne (Linke). Er wolle allerdings die Nicht-Information nicht über das eigentliche Thema stellen. Corinna Bauriedl (Unabhängige Bürgerschaft) monierte, das Thema sei innerhalb der Eltern "übertrieben weitergegeben worden, panikartig." Sie kritisierte zudem die Elternvertretung für ein Schreiben an die Stadtverwaltung. "Die Art und Weise hat mir nicht gefallen." "Wenn Elternsprecher bei einer vierfachen Überschreitung der Grenzwerte aktiv werden, dann ist das doch normal", hielt ihr Martin Schwarzenberg (Freie Wähler) entgegen. "Fakt ist, dass Bürger und Stadtrat das Problem aus der Presse erfahren haben - ganz schlecht für alle Beteiligten."


Bürgermeister Olaf Schlott räumte den Fehler der versäumten Information ein. "Die Kritik ist berechtigt, das nehme ich mir an", sagte er. Das Thema Radon sei eine "neue Herausforderung", der man sich stellen werde. Er kündigte für Mai eine Informationsveranstaltung an, bei der Verantwortliche von Grundschule und Evangelischer Oberschule Schöneck, die das Gebäude seit diesem Schuljahr ebenfalls nutzt, substanziell informiert werden. Bei einer Begehung soll zunächst nach der Ursache geforscht werden. Zudem werde als Sofortmaßnahme intensiver gelüftet. Die Eltern wurden mit einem Infoblatt auf den Stand der Dinge gebracht. Schlott betonte, dass Bad Elster durch die freiwillige Teilnahme an dem betreffenden Messprogramm einen Vorsprung gegenüber anderen Kommunen habe.

Die Ratssitzung wurde auch von Elternvertretern verfolgt. Mirjam Knopp, Elternsprecherin der Grundschule, wies auf Nachfrage von "Freie Presse" im Anschluss die im Plenum geäußerte Kritik zurück. In ihrem Schreiben an den Bürgermeister fordert sie Antworten auf drängende Fragen sowie Sofortmaßnahmen ein. In einem Schreiben an die Eltern informiert sie kurz und knapp, nicht informiert gewesen zu sein. Beide Schriftstücke liegen der Redaktion vor - sie dürfen als sachlich bewertet werden. Antworten erwarten auch Vertreter der Evangelischen Schule. Das von ihnen genutzte Klassenzimmer befindet sich ebenfalls im Untergeschoss.

Im Plauener Berufsschulzentrum e.o.plauen waren ähnlich hohe Werte gemessen worden. Die konkreten Eintrittsstellen am Gebäude sind nicht bekannt, wie das Landratsamt informiert. Dort gibt es inzwischen eine verbindliche Lüftungsanweisung, die die Werte reduzieren soll.

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