Räuchern gehört zur Tradition

"Wenn es Raachermannel nabelt" - darum und noch mehr dreht sich alles bei der diesjährigen Weihnachtsausstellung im Musik- und Wintersportmuseum Klingenthal.

Klingenthal.

Rauchen schadet bekanntlich der Gesundheit. Ausgenommen in der Adventszeit und wenn es aus gar wundersamen Gesellen qualmt. Räuchermännchen gehören einfach zu den Wochen vor der Jahreswende. Für Museumsmitarbeiterin Xenia Brunner Grund genug, sie in den Mittelpunkt der diesjährigen Weihnachtsausstellung im Musik- und Wintersportmuseum zu stellen.

Da der eigene Fundus nicht ausgereicht hätte, besteht der überwiegende Teil der gezeigten mehreren Dutzend zumeist historischen, aber auch zeitgenössischen Figuren aus Leihgaben: "Wir sind froh, dass sie uns vom Depot Pohl-Ströher in Gelenau, der Holzkunst Kuhnert GmbH und den Kunstgewerbe-Werkstätten Olbernhau zur Verfügung gestellt wurden", so Xenia Brunner. Ergänzt ist die Ausstellung mit originalen Crottendorfer Räucherkerzen sowie einem wunderschön gearbeiteten Weihrauchschiffchen und Weihrauchfass aus der Kirchgemeinde Jindtichovice/Heinrichsgrün.

Nicht nur, dass die Ausstellung wegen der Vielfalt und Originalität der Raachermannel sehr sehenswert ist - sie vermittelt auch Wissen. Beispielsweise: Im Erzgebirge gehörte Räuchern schon vor dem ersten Aufkommen des Räuchermännchens um 1830 zum weihnachtlichen Brauchtum. Anfangs wurden sie daheim mühevoll in Handarbeit gefertigt und auf Märkten verkauft. Xenia Brunner hat sich in Vorbereitung der Ausstellung mit der Geschichte beschäftigt: "Auch wenn sich das alles heute romantisch anhört, war das Herstellen der Räucherkerzen eine ausgesprochene Drecksarbeit." Wichtigste Inhaltsstoffe für das Räucherwerk waren neben einem Grundteig aus Kartoffelmehl, Holzkohle und Salpeter vor allem allerlei Kräuter, Harz und Duftöle wie Myrrhe, Lorbeer oder Styrax. Weihrauch galt und gilt als "heiliges Räucherwerk", ist in der Weihnachtszeit der Duftgeber schlechthin. Als Rauchgefäße dienten neben gedrechselten oder geschnitzten Raachermannel auch Häuschen, kleine Alltagsgegenstände oder hölzerne Nachbildungen der Räucherkerzen selbst.

Geöffnet ist die Weihnachtsausstellung "Wenn es Raachermannel nabelt" im Klingenthaler Museum bis zum 6. Januar zu folgenden Zeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr, zusätzlich am 23. und 30. Dezember von 10 bis 16 Uhr, Samstag/Sonntag/Feiertage von 13 bis 17 Uhr, Heiligabend und Silvester von 11 bis 14 Uhr.

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