Rathaus installiert "Stadtkümmerer"

Bürger können Gefahren, Probleme und Hinweise ab sofort in einem Formular auf der Homepage melden. Die Idee ist abgeschaut.

Adorf.

Der Gully ist verstopft, der umgestürzte Baum gefährlich, das Loch in der Straße rüttelt alle unsanft durch: Wer in Adorf und seinen Ortsteilen solche Probleme feststellt, hat ab sofort eine neue Anlaufstelle. Die Stadtverwaltung hat diese Woche den "Stadtkümmerer" scharf geschalten - ein Kontaktformular auf der städtischen Internet-Seite. So soll der Draht von den Bürgern ins Rathaus direkter werden, um das "Kümmernis" möglichst schnell aus der Welt zu schaffen, ganz gleich, ob Dreckecke oder wucherndes Gras.

Die Idee ist weder neu noch exklusiv, sondern abgeschaut, gab Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) im Stadtrat zu. Der "Kümmerer" ist abgeschaut von der Stadt Grabow (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Mit der mecklenburgischen Kleinstadt ist Adorf im Bundesprojekt Demografiewerkstatt Kommunen verbunden. In Grabow gibt es den "Amtskümmerer". Er soll für eines stehen, so die Kommune: "Die Verwaltung und alle Bürger ziehen bei uns an einem Strang und sorgen für ein lebens- und liebenswertes Umfeld." Einen Satz, den Adorf 1:1 übernommen hat. Wie das konkret in Grabow ausschaut, werden sich die Vogtländer im Mai vor Ort anschauen. Vertreter der Stadt Adorf werden der Partnerkommune mit vielen denkmalgeschützten Häusern im Stadtkern einen Besuch abstatten, kündigte Rico Schmidt an.

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Wer den "Stadtkümmerer" nutzen will, muss sich mit Name, Standort und E-Mail-Adresse unter einem eigens eingerichteten Mail-Postfach im Adorfer Rathaus melden und das "Kümmernis" möglichst ausführlich - gern auch mit Bildern - beschreiben und dokumentieren. Keine Anregungen geholt haben sich die Adorfer für den "Stadtkümmerer" dagegen in der Nachbarstadt, so Hauptamtsleiterin Antje Goßler auf Nachfrage: In Bad Elster gibt es seit geraumer Zeit im Amtsblatt "Elsteraner Nachrichten" die Rubrik "Anregungen und Wünsche - Mängelmeldung". Hier können Bürger unter Angabe von Ort und Uhrzeit die Probleme melden, entweder durch Ankreuzen von ausgefallener/flackernder Straßenbeleuchtung bis überhängende Äste. Zudem können Anregungen gegeben werden, die Bürger verwirklicht sehen wollen.

Die Luxus-Variante des "Kümmerers" gibt es auch: Ein Beispiel dafür bietet die Rubrik "Wo zwickt's?" auf der Homepage der Stadt Zwickau. Hier sind am Mittwoch genau 100 Einträge nachzulesen gewesen, mit Datum der Meldung und einem Farbsystem, das Bürgern zeigt, ob der Mangel noch besteht oder schon behoben ist. Eine solche "Ampel-Skala" als Reaktion auf Bürgeranliegen schwebt Bad Brambachs Bürgermeister Maik Schüller (parteilos) vor, wie er öffentlich erläuterte: Rot steht für ein existierendes Problem, Gelb für Themen in Bearbeitung und bei der Farbe Grün wäre der Fall gelöst.www.adorf-vogtland.de

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