Rock-Urgesteine heizen Fans ein

Die legendäre Manfred Mann's Earth Band gastierte am Samstag in der Framus & Warwick Concert Hall. Der Show folgten rund 360 enthusiastische Besucher. Warum der Veranstalter jedoch künftig weniger auf Konzerte setzt.

Markneukirchen.

Es ist leider in der Region nicht selbstverständlich, dass Konzerte mit Musikern und Bands, die einen großen Namen tragen, gut besucht werden. Das haben immer wieder Veranstalter zu spüren bekommen. Dem Gitarrenhersteller Framus & Warwick in Markneukirchen ging es in der Vergangenheit ähnlich. So auch am Samstag wieder.

Auf der Bühne der Concert Hall stand die berühmte Manfred Mann's Earth Band - eine Musikgruppe, die neben Genesis, Jethro Tull oder Mike Oldfield zu den weltweit bekanntesten Vertretern des Progressiven Rock zählt. Die Rock-Urgesteine um die Gründungsmitglieder Mick Rogers und Manfred Mann traten vor nur 360 begeisternden Fans in der rund 1000 Besucher fassenden Halle auf.

Das hat aber nicht an der Qualität des Konzertes genagt. Denn die alten Bandhasen lieferten eine schnörkellose Show in bester Spiellaune ab. Ihre Lieder stammen aus der klassischen Phase des Progressiven Rock, der sich Ende der 1960er Jahre entwickelte - als Künstler begannen, Pop, Rock, Blues oder Jazz miteinander zu verbinden. Einer Zeit, in dem die Hörgewohnheiten noch ganz andere waren. So trumpfte Manfred Mann und sein Kumpel Mick Rogers mit ausschweifenden solistischen Liedern und teilweise experimentellen Klängen auf - ein absoluter Hörgenuss. "Mighty Quinn", ursprünglich von Bob Dylan geschrieben, zählt zu den bekanntesten Liedern von Manfred Mann, der den Song noch vor der Gründung seiner Earth Band interpretierte.

Der Umstand, von anderen Künstlern geschriebene Lieder zu seinen eigenen zu machen, zieht sich wie ein roter Faden durch seine Hitliste. Songs wie "For You", "Blinded By The Light" oder "Spirit In The Night" stammen alle aus der Feder von Bruce Springsteen - Manfred Mann machte sie zu seinen Hits. Diese durften am Samstag auch in Markneukirchen nicht fehlen und wurden durch die ausufernden Instrumental-Solis frenetisch gefeiert.

Das so eine Band in der Region auftrat, ist schon eine Hausnummer - das sie so wenig Resonanz erfuhr, eine Enttäuschung. Was jedoch zum größten Teil an den Leuten selbst liegt. Die Meinung von Konzertbesuchern: In einer Stadt wie Markneukirchen, in welcher der Instrumentenbau und das Thema Musik großgeschrieben wird, sollten nicht nur Konzerte mit regionalen Orchestern oder Chören, sondern Konzerte jeglicher Art im Einklang mit der kulturellen und musikalischen Vielfalt stehen. Besonders wenn man in der Stadt einen Gitarrenhersteller hat, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, mit dem Veranstalten von Konzerten zum kulturellen Leben beizutragen.

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