Rockband würzt Neujahrskonzert

Premiere für "Klassisch gerockt ins neue Jahr". Das Sinfonieorchester Markneukirchen und die Band Nobody zogen am Samstag viele Besucher in die Musikhalle. Der Bürgermeister hielt eine Neujahrsansprache.

Markneukirchen.

Das Motto des Neujahrskonzertes machte jene, die sich nichts ahnend auf den Galaauftritt "ihres" Sinfonieorchesters gefreut hatten, doch ein wenig stutzig. Rock in der Musikhalle? Den gibt es normalerweise doch nur in der Musikhalle für junge Leute auf die Ohren. Wie beispielsweise am 1. Weihnachtsfeiertag seit Jahren schon mit der Band Nobody.

Insofern zeigte sich ein ungewohntes Bild: Die meisten Besucher - sprich: Klassikfreunde - hatten ihre Festkleidung angelegt, bei einigen harten Rockfans jedoch blitzte unterm Jackett ein T-Shirt mit dem Bandlogo durch. Denn am Samstag sah die Sache in der Musikhalle anders aus: Die Mannen um ihren Sänger Rainer Wild würzten das Neujahrskonzert und gaben ihm eine zusätzlich temperamentvolle Note. Auf ein Mitmachen angesprochen, zögerte die Band nicht lange und sagte zu.

Wer nun gedacht hatte, dass es in den Gehörgängen deshalb ziemlich klingeln wird, sah sich getäuscht. Bei Klassikern wie "Nothing Else Matters" von Metallica, "Smoke On The Water" von Deep Purple, "Lady In Black" von Uriah Heep und "Satisfaction" von den Rolling Stones gaben sich die Rocker Dezibel gebremster als sonst. Ohrenstöpsel waren also nicht nötig. Der besondere Reiz des gemeinsamen Auftritts mit dem Sinfonieorchester unter Leitung von Matthias Spindler bestand darin: dass er in dieser Form überhaupt und dann auch noch zum ersten Mal stattfand. Insofern bekam das Neujahrskonzert wieder eine doppelte Bedeutung: Nicht nur, dass das Büro Internationaler Instrumentalwettbewerb und Sinfonieorchester bereits zum 16. Mal das neue Jahr einläuteten, sondern dass sie sich dafür auch immer etwas Neues einfallen lassen, um das Publikum zu verblüffen - und zu begeistern.

Natürlich ging es am Samstag in der Musikhalle nicht nur rockig zu. Das Sinfonieorchester spannte den musikalischen Bogen von Johann Strauß über Henri Mancini bis hin zu Andrew Lloyd Webber, was beim Publikum ausgesprochen gut ankam und mit viel Beifall bedacht wurde. Ebenso Gesangssolistin Jana Sammer aus Grünbach, die stimmlich unter anderem bei Franz Lehars "Liebe Du Himmel auf Erden" glänzte, Urs Hufenbach am Klavier, die Gitarristen Sandra Weber und Thomas Hendel sowie Akkordeonspieler Richard Wunderlich. Nicht zum ersten Mal ließ sich Martin Voigt mit der Aufgabe des Moderators betrauen, meisterte das locker und flockig. Er konnte schon mehrfach Erfahrungen unter anderem bei Auftritten der Streichergruppe Erlbach sammeln und bekam auch am Samstag jede Menge Applaus für seine Überleitungen mit Hand und Fuß zu den Komponisten und Werken.

Zu Beginn des Konzertes zog Bürgermeister Andreas Rubner in seiner Neujahrsansprache Bilanz zum abgelaufenen 2018. Er dankte nicht nur allen Firmen, Institutionen und Vereinen für das Erreichte und ihr Engagement, dass Markneukirchen eine lebenswerte Stadt ist. Ein Beispiel dafür: Im Juli wird nach langem, letztlich erfolgreichen Ringen das Medizinische Versorgungszentrum eröffnet. Nachdrücklich verwies er darauf, dass Politik im Großen wie im Kleinen transparenter werden muss, damit sich die Bürger nicht bevormundet oder gar übergangen fühlen. Andreas Rubner kündigte an, dass Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am 5. Februar zu einem Bürgerforum in die Musikhalle kommt.

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