Rubner rettet Erlbacher Kirwe vor Chaos

Seit Dienstagnachmittag steht die Lösung: Per Sondergenehmigung dürfen an vier Festtagen 70 große Busse die Riesenfete im Oberland umfahren - auf der gesperrten B 283.

Erlbach.

Die Drähte glühten heiß zwischen Rathaus Markneukirchen, Ämtern und Baufirma: Trotz vieler Rückschläge kämpfte Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) immer weiter. Es ging ihm darum, dass ab Freitag der Bus-Durchgangsverkehr auf der Umleitungsstrecke für die gesperrte B 283 nicht durchs Kirwe-Herz von Erlbach und damit mitten durch das größte Volksfest des Oberlandes mit tausenden Gästen rollt.

Dienstagnachmittag der Durchbruch: Der Baubetrieb VSTR lenkte auf Rubners Vorschlag ein. Mit einer Sondergenehmigung dürfen ausschließlich Durchgangsbusse über die noch bis 25. Oktober gesperrte B 283 fahren - übergangsweise von Freitag, 17 Uhr, bis Montag, 7 Uhr. Die Polizei ist informiert, extra Schilder werden nicht gestellt. "Alles andere wäre ein absehbares Chaos geworden", atmet der Rathaus-Chef auf. "Es ging darum, mit gutem Willen etwas zu erreichen", lobt er das Entgegenkommen der Firma.

Denn seit Sonntag hatte das Problem eine neue Dimension: Mit dem neuen Vogtlandnetz 2019+ erhöht sich die Zahl der Busse. Allein Samstag und Sonntag sind es laut Rubner je 24 große Busse, die durch Erlbach gemusst hätten, am Freitag ab 17 Uhr nochmals 16, weitere am Montag - macht gut 70 Bus-Passagen.

Viele war geprüft und verworfen worden: Die Kirchstraße, einzige freie Durchgangsstraße, statt der zur Kirwe üblichen Einbahnregelung in beide Richtungen öffnen. "Der Ort ist so schon zugeparkt. Dann dürfte da aber kein einziges Auto stehen, die Erlbacher müssten Ordner stellen. Sie sagen, das können sie nicht", so der Rathauschef. Variante 2: Ampel. Eine Ampelstrecke über viele hundert Meter würde Riesenstaus produzieren, schwant Rubner Böses. Für ihn indiskutabel. Idee 3: Busse über Wernitzgrün fahren lassen. Bedeutet Zeitverlust und "sauenge Straßen" - dass die Busbetriebe da mitmachen, sei fast ausgeschlossen.

Blieb die Öffnung der B 283 nur für den Busverkehr zur Kirwe. Von der Straßenbauverwaltung kassierte Rubner dafür eine Absage, hatte indes nach "40 Versuchen" den Baustellenchef an der Strippe. Die erste Auskunft: "Der Betrieb geht mit, wenn ich ihm einen Persilschein gebe, für alles hafte, was da gegebenenfalls passiert. Und wenn wir alle Kosten übernehmen - mindestens 5000 Euro", so der Rathauschef. Vor so einem Persilschein warnten Räte eindringlich. Die Idee ist seit Donnerstag wieder vom Tisch, sagte Rubner. Verwundert war er zuvor, dass Busse der Linie V-200 im alten Netz bereits vor Tagen über die gesperrte B 283 gefahren sein sollen. Die hätten ja auch einen Hänger gehabt, wurde Rubner beschieden - eine Logik, die er gar nicht nachvollziehen kann.

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