Sachsen-Prinzessin adelt Flussperlmuschel

Hoher Besuch beim Tag der offenen Tür in der Zuchtstation nahe Raun. Ein neuer Info-Punkt sorgte für viel Interesse.

Raun.

Gisela Prinzessin von Sachsen hat am Samstag den neuen Info-Punkt zur Flussperlmuschel auf dem Außengelände der Zuchtstation Raun eingeweiht. Die Frau aus dem Hause Wettin engagiert sich als Vorsitzende des Förderkomitees der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt. Die Stiftung ist seit über zehn Jahren beim Flussperlmuschel-Projekt mit im Boot.

"Es ist eine guter Zeitpunkt: In der Öffentlichkeit zeichnet sich gegenwärtig zum Thema Natur- und Artenschutz eine positive Tendenz ab", sagte Gisela Prinzessin von Sachsen. "Es ist erfreulich, dass sich viele Menschen über die Umwelt wieder Gedanken machen."


Im Außenbereich der Zuchtstation informiert das neue Ensemble aus Informationstafeln ganzjährig über Zucht und Schutz der Perlmuschel. Ergänzend werden Informationen über Angebote und Veranstaltungen sowie Presseinformationen über die Zuchtstation in einem Schaukasten mitgeteilt. Eine weitere Tafel gibt Auskunft über den Erlebnispfad Flussperlmuschel. Aus dem Material der ehemaligen Scheune auf dem Gelände entstanden nicht nur die Informationstafeln, sondern darüber hinaus auch ein Unterstand für Wanderer im Stil des vogtländischen Fachwerkbaus.

Zuvor hatte Franziska Jecke von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt mehrere Dutzend Besucher begrüßt. Sie informierte über die europaweit im Bestand stark gefährdete Flussperlmuschel von der die letzten drei Vorkommen im Freistaat im Vogtland existieren und inzwischen ein Alter erreicht haben, die eine natürliche Populationsentwicklung nicht mehr gewährleiste. Seit über zehn Jahren engagiert sich die Landesstiftung Natur und Umwelt für die halbnatürliche Nachzucht und damit verbundenen langfristigen Erhalt dieser Art gemeinsam mit anderen Partnern. Bereits seit 2006 werden Jungmuscheln ausgewildert. Für eine erfolgreiche Nachzucht war jedoch zwingend die Errichtung einer Station erforderlich, die in einem alten Bauernhaus im Raunerbachtal 2012 in Betrieb genommen wurde.

Über eine ganz persönliche Verbundenheit zu dem alten Bauernhaus berichtete Otto Fischer (CDU), Vize-Bürgermeister von Bad Brambach. "Es ist das Elternhaus meiner Ehefrau, das 2007 nach langjährigen Bemühungen mit Grundstücken von der Landesstiftung erworben werden konnte und nach der Sanierung zur Zuchtstation wurde." Er informierte, wie der Alltag in dem ländlichen Bauernhaus einst funktionierte.

In und um die Zuchtstation konnten sich Besucher anschaulich über die Nachzucht der Flussperlmuschel informieren. Im neu errichteten Unterstand war außerdem eine Ausstellung großformatiger Wasserlebewesen zu sehen, die von der Wasserwirtschaft Hof bereitgestellt wurde. Martin Mörtl, Mitarbeiter im Wasserwirtschaftsamt, erläuterte in einem Vortrag über die Situation der Flussperlmuschel in Oberfranken und insbesondere auch die Herausforderungen durch Diebstahl, Trockenheit und Teichanlagen.

Für die praxisnahe Umweltbildung vor Ort hat die Landesstiftung im Pfaffengut Plauen einen verlässlichen Partner gefunden. So lud im Anschluss der Einweihung Beate Groh, Mitarbeiterin im Pfaffengut, zu einem geführten Spaziergang entlang des Erlebnispfades Flussperlmuschel ein.

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