Sachsenforst hofft auf Verschnaufpause

Stürme wie Herwart, Friederike und Eberhard sowie starker Borkenkäferbefall setzen den Wäldern im oberen Vogtland zu. Eine Zwischenbilanz vom Forstbezirk Adorf.

Mühlleithen.

Die Forstwirte im Vogtland hoffen auf eine Verschnaufpause. Das sagt Stefanie Schuhknecht vom Forstbezirk Adorf. Mit Herwart im Oktober 2017 und Friedericke im Januar 2018 erlebte das obere Vogtland in jüngster Vergangenheit zwei Stürme, deren Schäden an den Wäldern nicht zu übersehen sind. Allein in den Wäldern des oberen Vogtlands hinterließen beide Stürme rund 118.500 Festmeter Bruchholz. "Dies entspricht in etwa 70 Prozent eines kompletten Jahresholzeinschlages", zeigt Stefanie Schuhknecht auf. Mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 146 Kilometern pro Stunde im Flachland und 205 km/h im Bergland war es für die Region der stärkste Sturm seit dem Orkan Kyrill von 2007.

"Aufgrund des Witterungsverlaufs 2018 mit lang anhaltenden hohen Temperaturen bis in den Spätherbst hinein sowie einem historischen Grundwasserdefizit in Kombination mit einem überproportionalen Anteil von bruttauglichem Schadholz waren die Rahmenbedingungen für eine Massenvermehrung der Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher so günstig wie nie zuvor", machte Schuhknecht deutlich.

Trotz der stetigen Aufarbeitung des Schadholzes und sofortiger Handlung nach Bekanntwerden des Borkenkäferbefalls kam es nach ihren Worten nochmals zu einer Schadholzmenge von rund 19.000 Festmetern. Im Forstbezirk Adorf wurde dabei die Schadholzbeseitigung zu 90 Prozent durch Fremd- unternehmen erbracht.

Im Januar 2019 machte Nassschnee den Wäldern erneut zu schaffen. Unzählige Fichten-Wipfel brachen unter extremer Schneelast. Besonders betroffen waren die in den höheren Lagen liegenden Landeswaldreviere Sachsengrund, Klingenthal, Tannenbergsthal, Beer- heide und Schneckenstein. Die Schadensbilanz lag bei etwa 65.000 Festmeter, knapp 40 Prozent des planmäßigen jährlichen Holzeinschlages. Am 11. März tobte sich Sturmtief Eberhard über Sachsen aus und hinterließ im Forstbezirk Adorf noch einmal eine Schadholzmenge von 5100 Festmetern.

Mit Hilfe einer eigens von Sachsenforst entwickelten Software, der sogenannten Borkenkäferapp, wurde die Befallsentwicklung wöchentlich aktuell dokumentiert und die Aufarbeitung koordiniert. Im Borkenkäferjahr 2019 wurden im Staatswald des Forstbezirkes Adorf bisher knapp 11.000 Festmeter Borkenkäferbefall registriert. "Die erfahrungsbasierte Prognose liegt bei mindestens 15.500 Festmetern Schadholzanfall durch Borkenkäferbefall und damit unter dem Wert von 2018", so Schuhknecht.

Mittlerweile sind die obervogtländischen Wälder wieder weitestgehend aufgeräumt. Dennoch haben die Ereignisse ihre Spuren hinterlassen. Allein im Forstbezirk Adorf beläuft sich die zusätzlich entstandene Wiederaufforstungsfläche im Landeswald auf 40 Hektar. "Der durch den Waldumbau der vergangenen Jahre geschaffene Verjüngungsvorrat unter dem Schirm der Althölzer wirkt sich hier bereits positiv aus, da nach der Schadholzaufarbeitung nur im geringen Umfang Blößen entstanden sind", macht Stefanie Schuhknecht deutlich.

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