Sachsens südlichste Kirche wird saniert

Im Inneren des Schönberger Gotteshaus finden derzeit umfangreiche Arbeiten statt. Kaum ein Bereich, den Handwerker nicht anfassen.

Schönberg.

Lange hat die Kirchgemeinde darauf hingearbeitet, jetzt packen Handwerker in der Schönberger Marienkirche an. Vieles im Inneren des 1911 geweihten Gotteshauses war noch im Originalzustand - und entsprechend sanierungsbedürftig. 237.000 Euro stehen für die Arbeiten bereit. Sie werden mithilfe des Leader-Programms der EU und Spenden aufgebracht.

Die ersten Arbeiten zur Vorbereitung der Innensanierung haben bereits im Januar dieses Jahres begonnen", berichtet Planer Jens Martin vom Adorfer Büro MSH, das mit der Planung und Ausschreibung sowie der Bauüberwachung beauftragt ist. An vielen Stellen, vor allem den Wänden und Böden, den Innentüren sowie der gesamten Haustechnik wie Elektro- und Heizungsinstallation hat der Zahn der Zeit genagt. "Die Wände weisen im Brüstungsbereich starke Durchfeuchtungen und Versalzungen auf. Die Fensterbögen haben vereinzelt Risse und Teilbereiche des Innenputzes sind durch Feuchtigkeit in den Wänden rissig und mürbe. Ein Großteil der Klinkerplatten im Altarbereich haben sich gehoben beziehungsweise sind stark versalzen", zählt Jens Martin auf. Gleiches trifft auf das Ziegelpflaster im Kirchenschiff zu. Außerdem hat sich der gesamte gedielte Boden in der Sakristei abgesenkt. Doch die Liste ist noch viel länger: Die Bankheizung und Elektroinstallation sind uralt und in einem desolaten Zustand. Dringend notwendig sind ebenso Erneuerungen an den Innentüren, die in den Füllungen teilweise stark zerrissen sind. Starke Korrosionsschäden und leichte Deformierungen weisen die Eisenleuchter auf. Das trifft auch für Innengeländer und Handläufe zu. Sämtliche Anstriche an Wänden, Decken, Kirchenbänken, Emporen- und Wandverkleidungen sind renovierungsbedürftig. Nicht zuletzt ist eine Oberflächenreinigung von Altar und die Kanzel erforderlich.


Mit dem Aufbau eines Gerüstes im März begann die Erneuerung des Innenputzes mit Schwerpunkt in den durchfeuchteten und teilweise stark versalzenen Brüstungsbereichen. Auch die Ziegel- und Granitböden kommen dran. Sie müssen gereinigt und neu verfugt werden. Die Klinkerböden werden neu verlegt. Historische Material wird mit neuen Platten ergänzt.

Im gesamten Innenbereich wird an Wänden und Decken ein mineralischer Anstrich aufgebracht sowie die Innengeländer und Handläufe restauriert. Im Rahmen der Erneuerung der Elektroinstallation erfolgt der Einbau einer elektroakustischen Anlage und es wird die gesamte Beleuchtung und Bankheizung erneuert. "Ein großer Restaurierungsaufwand ist nach Abschluss der Innenrenovierung auch noch in der Orgel beziehungsweise dem Orgelprospekt zu sehen", sagt Jens Martin. "Diese Arbeiten sind jedoch nicht Bestandteil der jetzigen Sanierung.

Die Arbeiten sollen zum 1. Advent abgeschlossen sein.


Geschichte der Marienkirche

Am 17. September 1911 wurde die Evangelisch-Lutherische Marienkirche geweiht. Der Altar wurde 1707 von Matthäus Schnabel aus Schönbach gebaut. Die Orgel stammt von der Firma Jehmlich.

Als der Neubau entstand, wurden auch die historisch wertvollen Grabplatten (die älteste ist 525 Jahre alt) aus der Vorgängerkirche übernommen. 1960 konnte das Gotteshaus renoviert werden. 1965 wurden Altar und Kanzel restauriert.

Zwischen 1999 und 2011 wurden das Dach des Kirchenschiffes neu eingedeckt und massive Holzschäden an der Decke zum Dachboden saniert, die Grabplatten restauriert, die Fassade inklusive der Bleiglasfenster und Außentüren restauriert und die gesamten Eingangstreppen aus Granit samt Treppengeländer saniert.

Schönberg wird 1261 erstmals urkundlich erwähnt. Vor dem Bau der Marienkirche gab es verschiedene Vorgängerbauten.

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