Sauberkeit: CDU-Fraktionschefin stellt Stadtverwaltung Ultimatum

Marion Schröder gibt den Leserbriefschreibern in der "Freien Presse" Recht und fordert bis Jahresende ein diskutiertes und beschlossenes Reinigungskonzept.

Oelsnitz.

Es ist das Top-Gesprächsthema in Oelsnitz bei der großen "Freie Presse"-Aktion "Wie lebt es sich in...?": Bei der Sauberkeit in der Stadt hapert es gewaltig. Die zuletzt durch Leserbriefe beförderte Diskussion hat sich am Mittwochabend im Stadtrat fortgesetzt - in Person von CDU-Fraktionschefin Marion Schröder, die Druck auf die von CDU-Oberbürgermeister Mario Horn geführte Stadtverwaltung macht: "Seit drei Jahren fordere ich permanent, dass die Vertragsgestaltung mit den Stadtwerken überarbeitet wird", erinnerte sie. Doch bis jetzt sei nichts geschehen und damit völlig unklar, wer wann wo sauber macht. "Bis Jahresende muss endlich ein Konzept vorgelegt, diskutiert und beschlossen sein", forderte Schröder.

"Wir sind auch nicht zufrieden und sehen Handlungsbedarf", sagte Stadtoberhaupt Horn. Er verwies auf eine in Auftrag gegebene Studie dazu, die bald Thema werden soll. Und dann? "Schau'n mer mal", nahm der bekennende Bayern-Fan Horn wörtliche Anleihen bei "Lichtgestalt" Franz Beckenbauer. Diese abwartende Haltung schmeckte wiederum Marion Schröder gar nicht. "Nicht mal schauen. Ich schaue schon viel zu lang. Mir langt es endgültig, dass der schwarze Peter hin- und hergeschoben wird", schimpfte die ehemalige Vizebürgermeisterin über das Ping-Pong-Spiel zwischen Stadtwerken, Verwaltung und Stadträten. Zuletzt hatte es entsprechende Kabbeleien um das Mähen am Parkplatz des Zoephelschen Hauses gegeben - hier ist das Gras nunmehr getrimmt.

"Die Leserbriefe zum Thema Sauberkeit in der Stadt waren richtig, sachlich und entsprechen den Tatsachen", nahm die Stadträtin direkten Bezug auf die Äußerungen von Oelsnitzern in der "Freien Presse". Und: "Mehr oder weniger ist es eine Sauerei, wie Oelsnitz zurzeit aussieht", brachte Marion Schröder ihre Meinung auf den Punkt. Das wisse der Stadtrat. Sie warnte zugleich davor, eine zu verabschiedende Kehrsatzung als Allheilmittel zu betrachten. "Es geht auch um Rabatten, Rosetten und Baumscheiben", legte die CDU-Abgeordnete den Finger in die Wunde. Gerade der Zustand dieser Bereiche, aber auch der Schnittgerinne regt viele Oelsnitzer auf. "Man erhält nur noch bitterböse Anfragen", weiß Marion Schröder. Dazu passt die Beobachtung von "Freie Presse"-Lesern, dass die große Gäste-Informationstafel an der B 92/Talsperrenstraße wie bislang jedes Jahr zugewachsen ist. Bislang waren dann stets Aufforderungen an das Rathaus nötig, bevor auch an dieser Stelle der Bewuchs gestutzt wurde.

Von der Stadtbegehung vor der nächsten Ratssitzung - angeregt von der DSU-Fraktion - hält Marion Schröder indes gar nichts. "Ich weiß, wo die Dreckecken sind. An der Begehung beteilige ich mich nicht. Ich mache mich nicht lächerlich."

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1Kommentare
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    voigtsberger
    02.09.2016

    Na das wundert mich aber wie Fr. Schröder die Sauberkeit in der Stadt anmahnt, wo sie ja mit für Einsparungen in der Müllbeseitigung und Kostenersparnis gestimmt hat, denn bis vor kurzer Zeit, wurden die Großcontainer am Stadion in den Sommermonaten auch einmal gereinigt, da vor allem Spätaussiedler, die Gäste der Fr. Schröder und auch einzelne Alteingesessenen Bürger, ihren Müll lose in die Behälter füllen. Auch würde Fr.Schröder die Verursacher des täglichen Mülls erkennen, wenn sie sich nicht auf den kostenfreien Parkplatz für die Besucher der Bibliothek stellen würde, um im EDEKA einzukaufen, sondern die gebührenpflichtigen Parkplätze aufsuchen würde und so Geld ins "Stadtsäckel " kommt, wo sie als Stadträtin ja auch für eine Erhöhung der Parkgebühren war. Natürlich ist die Moral für Ordnung und Sauberkeit in unserer Gesellschaft gesunken, aber was an den Bushaltestellen auf dem Markt so alles liegen bleibt und neben den Müllbehältern landet, ist schon erstaunlich, wenn es auch noch Kinder und Jugendliche sind, die in ihren exponierten Wohnlagen und Randgemeinden, sich so ein Verhalten nicht erlauben würden, denn da sind sie bekannt und die Eltern könnten sich was anhören von den Nachbarn. Dies alles ändert aber nicht an der Tatsache der Zustände und es wird sich auch nicht viel ändern, da unsere Gesellschaft in einen Prozess von fehlen der Normen und Werten unserer Gesellschaft sich befindet und da kann man nur allen Politikern bei den nächsten Wahlen, die Quittung präsentieren!



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