Schönbacher Zehner als echte Generalprobe für Bergwanderung

Bestes Wetter lockte am Sonntag viele Vogtländer über die Grenze. Die Zusammenarbeit unter den Vereinen funktioniert.

Schönbach/Luby.

Petr Plzák strahlte am Sonntag mit der Frühlingssonne um die Wette. "Wir haben fast die Marke von 200 Teilnehmern erreicht - viel mehr als im Vorjahr", freute sich der Chef der Wanderer des Vereins TJ Luby. Die elfte Auflage der Wanderung "Schön- bacher Zehner" lockte diesmal 195 Wanderer, davon kamen 123 von der deutschen Seite der Grenze: Erlbach und Wernitzgrün waren ebenso vertreten wie Markneukirchen, Klingenthal sowie andere Orte im Vogtland und sogar dem Westerzgebirge.

Die knapp zehn Kilometer lange Tour mit Start und Ziel am Golfplatz führte rund um das Städtchen Schönbach/Luby und bot dabei Ausblicke auf das Egerland, wie man sie nicht hat, wenn man nur mit dem Auto unterwegs ist. Genau das ist auch der Reiz des Wanderns.


14 Mitglieder zählt der Verein in Schönbach/Luby, der mindestens einmal im Monat eine Wanderung veranstaltet. Die enge Zusammen- arbeit mit dem Bergwanderverein Erlbach ist ein Ergebnis der 2004 geschlossenen Partnerschaft. Auch wenn Erlbach inzwischen ein Ortsteil von Markneukirchen ist, die gemeinsamen Vorhaben werden fortgeführt.

So war der "Schönbacher Zehner" auch so etwas wie die Generalprobe für die 37. Erlbacher Bergwanderung, die am 29. Mai stattfindet und deren Strecken zu großen Teilen wieder über tschechisches Gebiet führen werden. "Bei der 28-Kilometer-Strecke werden wir auf dem Marktplatz wieder einen Kontroll- und Verpflegungspunkt einrichten", erzählte Jan Kreuzinger, der ehemalige Bürgermeister von Schönbach/ Luby, der auch bei den Wanderern aktiv ist. Er war auch mit dabei gewesen, als am letzten Maiwochenende 2013 die Wanderung im dichten Schneetreiben versank. "Einen solchen Tag vergisst man so schnell nicht", schaute er zurück.

Am Aussichtsfelsen Hoher Stein/ Vysoký kámen, den alle vier Touren der Erlbacher Bergwanderung passieren werden, bauen die tschechischen Vereinsmitglieder eine Getränkeausgabe auf.

Die Tour am Sonntag führte über Absroth/Opatov, heute ein Ortsteil von Schönbach/Luby. Allein 1907 gab es dort 45 Instrumentenmacher, im Städtchen selbst waren es 424. Viele von ihnen lieferten nach Markneukirchen. Den Weg dorthin, mit "Geigenschachteln" oder zugeschnittenen Violinhölzern auf dem Rücken, übernahmen Botenfrauen.

Rund 200 gewerbliche Grenzgänger waren zu jener Zeit täglich unterwegs, wie der Markneukirchner Werner Pöllmann in Akten fand. Eine Tour von Schönbach nach Markneukirchen, das waren knapp acht Kilometer. Auch an die Arbeit der Botenfrauen lohnte es sich bei der Wanderung zu erinnern.

Für jeden Teilnehmer des "Schönbacher Zehner" gab es neben einer Erinnerungsurkunde einen kleinen, aber unikaten Wanderschuh. "Die haben die Kinder im Kindergarten gebastelt. Das ist bestimmt ein schönes Andenken", sagte Petr Plzák. Eine Extra-Medaille gab es für die Erlbacherin Laura Stark, die mit ihren elf Jahren die jüngste deutsche Teilnehmerin war, und für Johannes Meinel aus Wernitzgrün. Er war mit 85 Jahren der Senior unter den Wanderern.

www.bergwanderverein.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...