Schönberg: Baumfällung sorgt für Fragen

Am Ortseingang von Sachsens südlichstem Dorf sind Baumriesen verschwunden. Das stößt auf mehr Zustimmung als Kritik.

Schönberg.

Für die Bad Brambacher Gemeinderätin Kathrin Stübiger (CDU) war es das Anliegen schlechthin zur ersten öffentlichen Gemeinderatssitzung seit vier Monaten: Die Baumfällungen am Ortseingang von Schönberg. Ihr seien dazu kritischen Stimmen zu Ohren gekommen, sagte die Abgeordnete zur Aktion an der Straße Am Südhang zwischen B 92 und Pension Egerlandblick. "Das war eine Allee. Das ist ein ganz schöner Eingriff", hinterfragte sie, ob Fällungen diesen Ausmaßes überhaupt nötig waren.

Ja, sagt Bad Brambachs Bürgermeister Maik Schüller (parteilos). "Die Bäume waren alle hohl und krank", gab er die Einschätzungen der Fachfirma wieder, welche von der Gemeinde mit den Fällungen beauftragt war. Förster und Untere Naturschutzbehörde des Landkreises seien ebenfalls zurate gezogen worden, versichert Schüller. Er verwies auch auf den Sicherheitsaspekt - es hätten regelmäßig dürre Äste auf der Straße gelegen. Und die Alternativen, zunächst nur auszuschneiden oder gar Baumstümpfe stehen zu lassen, ist aus seiner Sicht eher wenig geeignet. Von einem Kahlschlag kann aus Sicht des Bürgermeisters keine Rede sein. "Geh mal auf den Galgenberg und schau auf Bad Brambach. Das sieht aus wie Moglis Stadt aus dem Dschungelbuch. Alles zugewachsen", gibt es aus Sicht des Chefs im Rathaus jede Menge Grün in und um den Kurort.

Doch Kathrin Stübiger wollte es nicht dabei bewenden lassen. Sie empfahl bei künftigen Aktionen "vorsichtig zu sein und vorher den Gemeinderat zu informieren". Für die zweite Vizebürgermeisterin Ines Czaya (Freie Wähler Bad Brambach), selbst in Schönberg zu Hause, ist es nach den Baumfällungen links der Ortszufahrt jetzt "eine wirklich schöne Ansicht". Sie verwies noch auf einen anderen Aspekt: "Es hat sich da immer massig Laub angesammelt". Zur von Kathrin Stübiger weitergegebenen Anregung, dass anstelle der gefällten Bäume es nun Neupflanzungen unter der parallel zur Straße verlaufenden Stromleitung geben könnte, verwiesen die Räte Torsten Schnurre (FDP) und Andreas Zuber (Zukunft für Bad Brambach) an den Ortschaftsrat. "Das sollen die Leute sagen, ob sie das haben wollen", schlug Zuber vor.

Den meisten Schönbergern gefalle die neue Situation ohne Bäume auf der linken Seite gut, so Ortschaftsratsvorsitzende Heike Sauer (FDP). Sicher gebe es immer auch andere Meinungen, aber deutlich überwiegend höre sie Lob - für den freieren Blick zum Ort und für direkte Anwohner sowie die ausgeräumten Sicherheitsbedenken, als nach jedem Sturm die Straße von ganz vielen Ästen bedeckt gewesen sei. "Ich finde es schön so. Was uns nicht gefällt, ist das Trafohäusel am Ortseingang", sagte sie. Aber vielleicht komme ja die Stromleitung auch mal in die Erde, meinte sie beim Ortstermin mit "Freie Presse". Zur Einwohnerversammlung habe sich jedenfalls keiner gegen die Baumfällungen geäußert, sagt Heike Sauer.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.