Schützenverein begeht ein Jubiläum

Vor 30 Jahren hat sich die traditionsreiche Adorfer Vereinigung neu gegründet. Gefeiert wird das aber anders als geplant.

Adorf.

Den Jahrestag der Wiedergründung vor 30 Jahren feiert der 1. Adorfer Schützenverein am 27. Oktober, 17 Uhr mit einem Böllern vor der Schützenhalle Arnsgrün. Wegen Corona fällt die geplante Feierstunde aus. Der Adorfer Schützenverein hat sich seit der Neugründung des Vereins am 28. Oktober 1990 stark vergrößert und ist heute mit mehr als 100 Mitgliedern aller Altersgruppen einer der größten im Vogtlandkreis.

Bis 1542 gehen die Wurzeln für die ehemals Privilegierte Schützengesellschaft Adorf zurück. Erhaltene Schriftstücke deuten darauf hin, dass sie zu einer der ältesten in Sachsen zählt. Ursprünglich mussten die Schützen die Städte gegen Raub und Plünderungen verteidigen. Dafür waren Schießübungen nötig, es entwickelten sich erste Schützengesellschaften. Aus den Jahren 1815 bis 1824 sind Schreiben zum Bau eines Schützenhauses und zur Uniformierung überliefert. Jeder Schütze hatte die Pflicht, Dienst zu tun. Dieser sah unter anderen die Besetzung der Stadttore und Patrouillen vor. Eine Wachstube war im Freiberger Tor. Es gab aktives Vereinsleben und Traditionen wie das Vogelschießen.

Nachdem 1945 die Schützenvereine zwangsweise aufgelöst wurden und in der DDR keine existierten, gründete sich der Verein 1990 als 1. Adorfer Schützenverein neu. Im Mai 1994 wurde mit dem Bau einer vereinseigenen Schützenhalle begonnen. Aus einem ehemaligen Rinderstall der LPG auf der Arnsgrüner Höhe entstand die größte Schützenhalle im Vogtland. Die Einweihung fand am 17. Juni 1995 statt.

In den vergangenen zwei Jahren wurde die Anlage saniert und 13 elektronische Trefferanzeigen auf den 25-Meter- und 50-Meter-Bahnen eingebaut - eine Investition von mehr als 60 000 Euro. Damit besitzt der Verein die modernste Schießsportanlage im Vogtland.

Seit 30 Jahren ist Vereinsmitbegründer Jens Eckert erster Vorstand. Der Verein führt jährlich acht Vereinsmeisterschaften, drei Kreismeisterschaften und sechs offene Wettkämpfe durch. Auch finden Lehrgänge unter anderem zum Waffen- und Sachrecht statt. Mit Böllern präsent sind die Schützen bei Veranstaltungen wie der Eröffnung des Stadtfestes und der Königsweihe.

Vor fünf Jahren haben Michael und Kristin Renz - beide viele Jahre Mitglied im Verein - in mühevoller Arbeit eine Chronik zur Entwicklung des Vereins erarbeitet. Im Buch "Volltreffer", das beim Verein gekauft werden kann, wird die Historie vom Beginn des Schützenwesens bis zur Zeit um 1990 dargestellt.

Bei allen Erfolge gab es auch Wermutstropfen: Als sehr schmerzlich empfanden die Adorfer Schützen den Verkauf "ihres" Schützenhauses. Trotz Antrags erhielten sie keinen Ausgleich dafür. Seit 2016 hat das Haus einen neuen Besitzer. Es ist jetzt ein buddhistischer Tempel.

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