Sie machen mobil: Omas und Opas gegen Rechts

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Die überparteiliche Initiative gründet im Vogtland eine Regionalgruppe - mit Hilfe der Mutter des ZDF-Kommissars Heldt.

Plauen.

Wenige Wochen vor den Bundestagswahlen mobilisiert der Colorido-Verein Kräfte und nutzt seine Netzwerke. Am Mittwoch ist in seinemTreff am Dittrichplatz in Plauen die Regionalgruppe Vogtland der "Omas und Opas gegen Rechts" offiziell vorgestellt worden. Doritta Korte, Mona Aslani und Steffen Unglaub bringen es zusammen auf neun Enkelkinder und riefen all jene zum Mitmachen auf, die im Sinn ihrer Enkel ein lebenswertes Vogtland wollen.

"Die Oma ist eine liebenswürdige Instanz", sagte Uta Schumann, die vor zwei Jahren in Erfurt eine Regionalgruppe auf den Weg gebracht hatte und am Mittwoch aus der Thüringer Landeshauptstadt zugeschaltet war. Zum Repertoire der Oma gehöre es, mal mit Schokolade zu überzeugen und mal mit einem Tritt in den Hintern. Just als AfD-Rechtsaußen Björn Höcke für den 1. Mai 2019 in Erfurt Aktionen plante, stieß sie auf die "Omas und Opas gegen Rechts" und schuf in Erfurt den Ableger der 2018 gegründeten zivilgesellschaftlichen überparteilichen Initiative.

Die zunächst als "Omas gegen Rechts" gestarteten Netzwerker mischen sich in den politischen Diskurs ein und zeigen mit Aktionen gegen Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und jegliche Formen des Faschismus Flagge. Inzwischen gibt es eine Vielzahl weiterer Ableger. In Sachsen ist die Regionalgruppe Vogtland die erste außerhalb der drei Großstädte Leipzig, Dresden und Chemnitz.

Im Vogtland sind es bisher sieben "gestandene Weibsbilder und auch Männer", hieß es. "Wer keine Enkel hat, ist genauso willkommen", betonte Vereinschefin Doritta Korte. Es wäre schön, wenn sich Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus dem ganzen Vogtland finden würden. "Wir hatten die Gründung schon länger geplant, dann kam Corona", erläuterte Mona Aslani den Zeitverzug.

Schon bald wollen die "Omas und Opas gegen Rechts" ihre erste Aktion starten und warnen. "Guckt euch an, wen ihr wählt", sagte Vereinschefin Korte. "Es gibt nette Leute in der AfD." Doch in ihren Reihen habe die Partei eben auch Rechtsextreme.

Heile Welt und hundertprozentige Einigkeit sind indes auch nicht bei den Omas und Opas zu finden. In Erfurt gab es Reibereien, berichtete Ute Schumann, die lange Zeit in Plauen lebte und ihren Sohn aufzog, den als Hauptdarsteller der ZDF-Krimiserie "Heldt" bekannten Schauspieler Kai Schumann. Manchen habe missfallen, dass Kritik auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Coronapolitik des Bundes traf. Schumann ist seither "nicht mehr Erfurts Ober-Oma", sondern "freischwebend engagiert". Solidarität werde jedoch groß geschrieben. Bei Aktionen stehen dann wieder alle zusammen, sagte sie.

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