Silberhochzeit an der Silberrinne

Klaus Ostwald und Jürgen Müller sind seit der Eröffnung der Sommerrodelbahn im Juli 1994 in Mühlleithen für die Besucher da. Die Skisprunglegende "Oste" erkennen dabei nur noch wenige.

Mühlleithen.

"Mir ham Silberhochzich", lacht Jürgen Müller an der Bergstation der Sommerrodelbahn in Mühlleithen. "Und mer verstenne uns immer noch", gibt Klaus Ostwald grinsend zurück. Damit meinen die beiden Urvogtländer, dass sie seit 25 Jahren, also seit der Eröffnung der silbernen Stahlblechrinne im Juli 1994, für die Besucher da sind. Wie in einer guten Ehe sind ihre Rollen im täglichen Geschäft verteilt: Klaus Ostwald ist im Auftrag des Vogtländischen Skiclubs Klingenthal (VSC), der die Bahn betreibt, für den sportlichen Teil an der Rodelbahn verantwortlich. Er verkauft Tickets, stellt die Rollschlitten bereit, hilft beim Ein- und Aussteigen, wacht über die Sicherheit. Jürgen Müller kümmert sich als selbstständiger Gastwirt mit Würstchen, Eis, Kaffee, Kuchen und auch einem Bier um das leibliche Wohl der großen und kleinen Fahrgäste. "Aber wir helfen uns natürlich gegenseitig", betont Klaus Ostwald. "Es sind die Gespräche mit den Leuten, die mir über die vielen Jahre Spaß machen, zu sehen, wie sie sich freuen", sagt Klaus Ostwald, der kein Mann großer Worte ist.

Dabei wissen heutzutage nur noch die wenigsten, dass ihnen ein Weltmeister und Weltrekordler zur Seite steht. Es war 1983, als "Oste", wie er noch heute gerufen wird, in Harrachov den Weltmeistertitel im Skifliegen gewann. 1979 war er in Planica mit 176 Metern Weltrekord gesprungen. An der Schanze ist der knapp 60-Jährige immer noch zu finden, als Helfer bei den Wettkämpfen in der Vogtland-Arena. Sein zweites Zuhause hat er an der Sommerrodelbahn.


Natürlich haben Klaus Ostwald und Jürgen Müller beim Bau des Startgebäudes selbst mit Hand angelegt, auch danach, als der Boden unter der Überdachung erneuert und gepflastert werden musste. Und gut in Erinnerung ist ihnen noch die Nacht- und Nebelaktion vor rund zehn Jahren, als vor einem Ferienwochenende das Stahlseil, an dem die Schlitten aus dem Tal wieder hochgezogen werden, gewechselt werden musste. Nachmittags um fünf begann die Aktion: alle Bahnteile abbauen, altes Seil von den Rollen holen, Neues einziehen, Bahn wieder montieren. Früh um vier war alles fertig. Das Wochenende konnte auf der 800 Meter langen Bahn mit elf Kurven gerodelt werden.

"Gezählt haben wir nicht genau, aber so 40.000 Fahrten sind es, die durchschnittlich im Jahr absolviert werden", meint Jürgen Müller. Heißt also, dass in den 25 Jahren rund eine Million Rollschlitten gestartet sind. "Es gab Zeiten, da standen die 'Sommerrodler' in Dreierreihe quer über den Parkplatz an. Und auch heute noch ist die Bahn gut besucht", freut sich Klaus Ostwald.

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