Sinfonieorchester setzt musikalischen Glanzpunkt

Ein Cocktail von Johann Strauß bis Ennio Morricone: Das Sinfonieorchester Markneukirchen und Musikschüler boten ein mitreißendes Neujahrskonzert. Der Bürgermeister zog Bilanz.

Markneukirchen.

Der Samstagabend begann im Dreivierteltakt und mit einer Liebkosung: Der "Kuss-Walzer" von Johann Strauß brachte das Publikum umgehend und gefühlsmäßig auf Hochtouren. Es gierte nach mehr und musste sich wie auch das Orchester ein wenig gedulden, denn Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) ließ alle im Saal ein wenig zappeln.

Zwar nun schon einige Tage nach Silvester, aber deswegen nicht weniger freundlich, begrüßte das Stadtoberhaupt Publikum, Musiker und zahlreich anwesende Gäste mit einem "Herzlich willkommen zum Neujahrskonzert und im neuen Jahrzehnt!", um danach aus seiner Sicht eine Bilanz der letzten zwölf Monate zu ziehen. Er dankte nicht nur allen Firmen, Institutionen und den 60 Vereinen in der Stadt für das Erreichte und ihr Engagement, dass Markneukirchen eine lebenswerte Stadt ist. Darin schloss er die nach den Wahlen im Mai ausgeschiedenen Stadträte ein und würdigte ihre langjährige Arbeit. Als positiv vermerkte Andreas Rubner, dass Markneukirchen nunmehr mit vier Abgeordneten im Kreistag vertreten ist.

Die Bilanz für die Musikstadt kann sich mehr als sehen lassen: "Wir befinden uns finanziell in einem soliden Fahrwasser." So seien im vergangenen Jahr rund drei Millionen Euro in die Infrastruktur investiert worden. Für 2020 kündigte Andreas Rubner weitere 3,4 Millionen Euro an, unter anderem für den Straßen- und Brückenbau und die Musikhalle. Auch das Alte Schloss in Erlbach gehöre nach der Bewilligung von notwendigen Fördermitteln zum Plan. Auf der Habenseite von Markneukirchen steht, dass nun alle Grundstücke im Gewerbegebiet vergeben sind. Ausdrücklich sprach Andreas Rubner all jenen seinen Dank aus, die mit dazu beigetragen haben, dass es in Markneukirchen wieder ein Ärztehaus gibt, und erhielt dafür aus dem Saal viel Beifall: "Damit ist uns etwas sehr Gutes gelungen. Wir brauchen Möglichmacher statt Zweifler und Verhinderer - auch im Vogtland, auch in der Regierung."

Möglichmacher - das ließen sich die Musiker des Sinfonieorchesters natürlich nicht zweimal sagen. Sie sorgten mit dem Neujahrskonzert dafür, dass schon Anfang Januar musikalisch ein Glanzpunkt für 2020 gesetzt wurde. Vor der Pause begeisterte das Sinfonieorchester mit Klassik von Johann Strauß über Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zur Polka "Flottes Leben" von Eduard Strauss. Moderator Dietrich Mund führte locker-flockig durch das Programm, sparte nicht mit Witz und spitzbübischen Bemerkungen. Ein Punkt aufs I war sein Auftritt mit Orchesterleiter Matthias Spindler, der sich als Dirigent auf Abwege begab und den Stab kurzzeitig aus der Hand legte: Die Beiden sangen ein Duett aus Karl Zellers "Der Vogelhändler".

Klassikperlen vor der Pause, danach ein musikalischer Stilbruch, der das breite Repertoire des Sinfonieorchesters belegte. Zusätzlichen Glanz bekam das Neujahrskonzert durch den Auftritt der Solisten. Vor allem deswegen, weil der größte Teil von ihnen noch Schüler der Musikschule sind. Patrick Dietrich, Nele Hufenbach, Judith Meixner, Martin Voigt, Elisa Metschnabl, Vincent Piesendel, Tobias Piesendel, Felix Schindler, Philip Böttcher, Anton Schlegel und Emely Uhlmann wurden nach ihrem Auftritt mit Beifall geradezu überschüttet.

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