Skigebiet Mühlleithen: Fangnetz fehlt

Da durch die bislang schneearme Witterung der Wintersport eingeschränkt ist, sind die Skiwiese am Lift und der Rodelhang gefragt. Es gibt aber sichtbare Risiken.

Mühlleithen.

Am Rodelhang in Mühlleithen fehlt noch immer ein Fangnetz, das verhindert, dass Schlittenfahrer oder herrenlose Gefährte auf die B 283 rutschen. Das ist auch in diesem Winter schon mehrfach passiert. Ortsvorsteher Uwe Weidlich weiß um die Probleme am Skihang. "Das fehlende Fachnetz ist nur ein Thema, das geklärt werden muss. Eine Lösung braucht auch das Parken und die Querung der Straße durch die Skifahrer", sagte er am Dienstag am Rande der Klingenthaler Stadtratssitzung.

Die Situation rund um den Skihang Mühlleithen war wiederholt öffentliches Thema. Da mit Blick auf die anstehenden Winterferien wegen fehlenden Schnees bislang keine Loipen präpariert werden können, dürfte der künstlich beschneite Ski- und Rodelhang in Mühlleithen bei Urlaubern und Tagestouristen besonders gefragt sein.

Sorgen bereitet dabei immer wieder das Parken am ehemaligen Buschhaus-Areal und das Überqueren der Bundesstraße. Der Vorschlag einer Tempo-30-Zone ließ sich nicht realisieren, lediglich Hinweisschilder machen Fahrzeugführer darauf aufmerksam, dass Skiwanderer die Straße kreuzen können.

Die Zukunft von Mühlleithen als touristisches Zentrum Klingenthals wird bereits seit Jahren diskutiert. Im April 2018 hatte der Ortschaftsrat Vertreter der Stadtverwaltung, des VSC Klingenthal, Stadträte sowie Gewerbetreibende, Hoteliers und Pensionsbetreiber eingeladen.

Um Mühlleithen für den Skisport attraktiv zu halten, hat der VSC ein Projekt für eine 2,5 Kilometer lange Loipe erarbeitet, die künstlich beschneit und abends auch beleuchtet wird. Damit, so hofft man im Verein, könnte vielleicht schon im November die Skisaison eröffnet werden.

Um welche Kosten es bei weiteren Investitionen geht, hatte 2018 VSC-Geschäftsführer Alexander Ziron deutlich gemacht. Ein Ersatz für den 170 Meter langen Lift würde nach seinen Worten rund 400.000 Euro kosten. Die einnahmestärkste Saison an der jetzt 32 Jahre alten Anlage verzeichnete der Verein noch zu D-Mark-Zeiten mit rund 45.000 Mark. In Deutschland dürfen, im Gegensatz zu anderen EU-Ländern, an Pisten keine gebrauchten Liftanlagen neu installiert werden.

Allein im Winter 2017/18 brauchte der VSC zur künstlichen Beschneiung des Skihanges in Mühlleithen laut Ziron rund 6000 Kubikmeter Trinkwasser, dazu kamen knapp 8000 Euro Stromkosten - bei einer Bilanz von knapp 3250 zahlenden Gästen.

Die Wintersaison in Mühlleithen dauert selbst in guten Wintern nur knapp drei Monate. "Wir brauchen auch Angebote für die schneelose Zeit", hatte Ziron schon 2018 deutlich gemacht.


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