Sodexo begründet Essenpreis-Anstieg

Nach vier Jahren Konstanz sieht sich der Caterer zum Handeln gezwungen. Auch Wasser spielt eine Rolle. Die "Wasser"-Kalkulation umfasst allerdings auch artfremde Positionen.

Oelsnitz/Klingenthal.

Das Cateringunternehmen Sodexo verteidigt den zum Jahreswechsel in Kraft tretenden Preisanstieg für das Kita-Essen. Abgesehen von den gesetzlich vorgeschriebenen Anpassungen des Mindestlohnes seien die Preise in den zurückliegenden vier Jahren "immer konstant" geblieben, erklärt George Wyrwoll aus der Sodexo-Pressestelle. Mit Beginn des Jahres 2019 allerdings seien aufgrund wachsender Kosten Anpassungen erforderlich.

Die Lieferpreise je Portion Mittagessen steigen je nach dem vereinbarten Speiseangebot zwischen 16 und 28 Cent an. Die von den Eltern für das Mittagessen ihrer Kinder zu zahlenden Preise klettern um 19 bis 32 Cent je Portion - in Abhängigkeit von den Dienstleistern, die den Service vor Ort übernehmen. Für die Plauener Kitas beträgt der Portionspreis statt 2,98 Euro künftig 3,25 Euro, das sind neun Prozent mehr.

Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) und Fachgebietsleiter Lutz Schäfer haben in der Sitzung des Bildungsausschusses eine Informationsvorlage präsentiert. Sodexo und der Servicedienstleister Sozialwerk Vogtland, der ebenfalls die Preise anhebt, reichen gestiegene Kosten an den Verbraucher weiter, wie Zenner erklärte. Doch bei der Aufzählung der Gründe für den Preisanstieg gab Sodexo als einen Punkt steigende Kosten für Wasser und Abwasser an. Tatsächlich aber blieben im Vogtlandkreis 2018 die Gebühren für Abwasser konstant. Und für Trinkwasser gingen sie sogar leicht zurück.

Das bestätigt jetzt auch Sodexo. Die pauschale Bezeichnung "Wasser/Abwasser" beziehe das Unternehmen jedoch nicht nur auf Frischwasser, sondern auch auf dessen Erwärmung. Intern ordne das Cateringunternehmen ebenfalls die Reinigungskosten für Fettabscheider diesem Posten zu. George Wyrwoll: "Daher haben wir trotz des marginal geringeren Bezugspreises eine gestiegene Kostensituation."

Bei der Preiskalkulation schlagen neben dem Mindestlohnanstieg auch gestiegene Lebensmittelkosten, bedingt auch durch Ernteeinbußen in den Jahren 2017 und 2018, zu Buche, argumentiert Wyrwoll. Auch Medien (Gas, Strom, Wasser, Abwasser) sowie die Ausweitung der Lkw-Maut wirken sich aus.

Sodexo beliefert im Vogtlandkreis rund 70 Kitas und Schulen. Das sind etwa 4500 Portionen täglich. Das Essen für das Liefergebiet Vogtland wird bei Plauen-Menü an der Wieprechtstraße zubereitet.

Der Sodexo-Konzern beschäftigt 460.000 Mitarbeiter, erreicht nach eigenen Angaben einen Umsatz von 20,4 Milliarden Euro und sei die Nummer 19 der größten Arbeitgeber weltweit. In Deutschland erwirtschaften 11.200 Mitarbeiter 600 Millionen Euro Umsatz.

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