Sommer Grand Prix dieses Jahr als XXL-Spektakel

Klingenthal richtet am 2. und 3. Oktober erstmals das Finale des Sommer Grand Prix im Skispringen für Frauen und Männer aus. Warum der Wettkampf für den Veranstalter eine neue logistische Herausforderung darstellt.

Klingenthal.

Als Quartiermeister wieder unterwegs war in den vergangenen Tagen VSC-Geschäftsführer Alexander Ziron. Für das Finale des Sommer Grand Prix im Skispringen am 2. und 3. Oktober in der Vogtland-Arena werden in diesem Jahr mehr Übernachtungsmöglichkeiten gebraucht, als bislang nötig waren. Grund: Der erstmalige Doppel-Wettkampf von Männern und Frauen. Seit 2006 ist Klingenthal Gastgeber für den Sommer Grand Prix. Erstmals findet der Abschluss der Sommer-Saison für Frauen und Männer auf einer Schanze statt. Der Wettkampf bedeutet für den VSC Klingenthal als Veranstalter eine neue logistische Herausforderung.

"Wir rechnen damit, das bei den Frauen 14 Nationen nach Klingenthal kommen, bei den Männern werden es wohl 21 sein", umreißt Ziron den Planungsumfang. "Insgesamt haben wir rund 400 Betten für die Aktiven und den Tross reserviert." Übernachtungsmöglichkeiten werden in Klingenthal, Schöneck und im tschechischen Graslitz/ Kraslice genutzt, eventuell kommt Muldenberg hinzu. Die Mitarbeiter vom Fernsehen sind in Falkenstein untergebracht. "Bislang ist geplant, dass der MDR und Eurosport übertragen. Es laufen aber noch Verhandlungen mit der ARD", so Ziron.

Bereits am letzten September-Wochenende richtet Klingenthal zudem das Finale des Continentalcup (COC) der Männer im Skispringen aus - sozusagen die 2. Liga, und damit nicht unbedingt im Rampenlicht der überregionalen Medien. Dass auch dort Rekorde möglich sind, bewies im vergangenen Jahr der Slowene Tilen Bartol, als er mit 146 Metern den Schanzenrekord auf Matten egalisierte, den am 3. Oktober 2015 der Norweger Daniel Andre Tande aufstellte. Rekordhalter auf Schnee ist übrigens mit 146,5 Metern der Norweger Jarl Magnus Riiber. Auf jeden Fall werden 80 Starter aus 20 Nationen erwartet. Ziron: "Für das COC-Wochenende haben wir rund 160 Betten gebucht".

Absichern wird der VSC Klingenthal den sportlichen Teil des internationalen Events am 2. und 3. Oktober mit rund 200 Helfern. "Wir sind inzwischen ein eingespieltes Team, in dem jeder weiß, worauf es ankommt", sagt Ziron.

Einen gemeinsamen Wettkampf von Frauen und Männern gab es beim Sommer Grand Prix bereits in Hinterzarten - mit 41 Frauen und 57 Männern. Die Sieger hießen Sara Takanashi (Japan) und Kamil Stoch (Polen). Gekommen waren 5000 Zuschauer. Am 8. und 9. September gibt es den nächsten gemeinsamen Wettkampf in Tschaikowski (Russland). Hinter der Idee gemeinsamer Wettbewerbe für Frauen und Männer steht der Wunsch nach Reduzierung der Kosten. Ziron: "Das ist ein realistisches Vorhaben. Der einzige unkalkulierbare Faktor ist das Wetter." Um den Wettkampf mit seinem sehr straff kalkulierten Zeitplan vor allem mit Blick auf Wind abzusichern, hat der Verein wieder ein Windsegel geliehen. "Zu den Kosten möchte ich nichts sagen", erklärt der VSC-Geschäftsführer.

Der Vogtlandkreis und die Stadt Klingenthal haben vor wenigen Wochen im zweiten Anlauf einen Zweckverband gegründet, der sich um den Erhalt und Ausbau der "nordisch-sporttouristischen Infrastruktur" am Standort Klingenthal kümmern soll. Dabei geht es auch um ein Windsegel zur wettertechnischen Absicherung der Skisprung-Weltcups, das rund 1,8 Millionen Euro kosten soll. Laut Ziron ist der Zweckverband noch nicht bestätigt: "Ohne Fördermittel kann kein stationäres Windsegel errichtet werden. Da wir aber nicht Eigentümer der Anlage sind, können auch wir keinen Förderantrag stellen."

www.weltcup-klingenthal.de


Der Weg nach Klingenthal

Für die Frauen besteht der Sommer Grand Prix 2018 aus sechs Einzelwettkämpfen in Hinterzarten, Courchevel (Frankreich), Frenštát (Tschechische Republik), Tschaikowski (Russland) und Klingenthal.

Für die Männer gibt es 13 Wettkämpfe in Wisła (Polen), Hinterzarten, Einsiedeln (Schweiz), Courchevel, Hakuba (Japan), Tschaikowski, Rasnov (Rumänien), Hinzenbach (Österreich) und Klingenthal.

Sara Takanashi aus Japan, die Vorjahressiegerin, führt nach ihren beiden Siegen in Hinterzarten und Courchevel - vor ihrer Landsfrau Yuki Ito.

Kamil Stoch aus Polen hat bei den Männern die Springen in Wisła, Hinterzarten und Einsiedeln gewonnen. In Courchevel haben die Top-Springer der Polen pausiert, dafür holte sich der Russe Evgeniy Klimov überraschend vor 7000 Zuschauern den Sieg. (tm)

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