Sperrmüll-Odyssee in Klingenthal

Zum wiederholten Male bereitet die Abfallentsorgung in entlegenen Stadtteilen Probleme. Anwohner sollen ihren Müll weit transportieren. Um eine Lösung wird gestritten.

Klingenthal.

Für den heutigen Mittwoch hat Thomas Zuber aus Klingenthal einen Termin bei Oberbürgermeister und Kreisrat Thomas Hennig (CDU). Es geht wieder um die Abfallentsorgung in der Stadt, diesmal speziell um Sperrmüll.

Hintergrund ist, dass die Entsorgungsfahrzeuge der vogtlandeigenen Kreisentsorgungs GmbH (KEV) angeblich nicht den Mühlbachweg befahren können. "Die Straße ist entsprechend den Vorschriften der Berufsgenossenschaft für die großen Sammelfahrzeuge zu schmal", heißt es dazu in einer entsprechenden Information von Andreas Schaut-schick, dem Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft beim Vogtlandkreis. Die Anwohner seien daher angehalten, Sperrmüll über mehrere hundert Meter zur Sammelstelle an der Zollstraße/Betriebsstraße oder Auerbacher Straße zu schaffen.

Die Situation im Mühlbachweg ist nicht neu. Bereits 2015 sollte dort die Müllabfuhr eingestellt werden. "Die Müll- und Papiertonnen sowie die gelben Säcke müssten demnach über hunderte von Metern bis hinunter an die Zollstraße/Robert-Koch-Straße gebracht werden. Das grenzt an Leistungssport. Am Mühlbachweg wohnen viele Senioren, für die ist das nicht machbar, schon gar nicht im Winter", hatte Thomas Zuber damals argumentiert.

Als sich 2015 der damalige Vogt-landkreis-Dezernent Lars Beck die Situation vor Ort anschaute, konnte eine Lösung gefunden werden: Die Firma Glitzner, damals für die Abfallentsorgung zuständig war, setzte kleine Fahrzeuge ein. "Die Abfuhr funktionierte zuletzt auch bei der KEV. Was damals ging, müsste doch auch heute möglich sein. ", sagt Zuber. Seit Ende August steht er deshalb in Verbindung mit dem Amt. Einen Konsens fand man bislang nicht. Die angebliche Sammelstelle Zollstraße/Betriebsstraße ist als solche auch noch nicht ausgewiesen.

Im bislang letzten Schreiben seitens des Abfallamtes wurde Zuber der Vorschlag unterbreitet, den Sperrmüll auch privatrechtlich vom Grundstück entsorgen zu lassen. Die Firma Glitzner berechne dafür ein Angebot von 142,80 Euro inklusive Mehrwertsteuer, hieß es. Im Gegenzug werde ihm der Kostenanteil für den Sperrmüll aus der Festgebühr herausgerechnet. Ein Angebot, das der Klingenthaler in einer ersten Reaktion als Unverschämtheit bezeichnet. Er hofft trotzdem auf eine Lösung des Entsorgungsproblems.

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