Stadt fordert Abzug der Papiercontainer

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Markneukirchens Vizebürgermeister Tobias Luderer hat die Faxen dicke. Mit seiner Frau beräumt er immer wieder den Stellplatz Wernitzgrüner Straße.

Markneukirchen.

Wenn er sich entspannen will, greift Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner schon mal zum Messer. "Ich hab bisher noch alle Kartons zusammengeschnitten in meine blaue Tonne gekriegt. Mit dem Cutter geht das wunderbar. Das ist meine Entspannungsarbeit", sagt der parteilose 65-Jährige. Das blieb der einzige Schmunzel-Moment dazu zur Bürgerfragestunde im Stadtrat. Die Stadt fordert den Kreis auf, öffentliche Papiercontainer abzuziehen.

Angestoßen hatte die Debatte Vizebürgermeister Tobias Luderer, der auch für die CDU im Kreistag sitzt. Der sonst immer um Ausgleich bemühte Kommunalpolitiker wurde sehr deutlich. "Die Papier- und Pappe-Entsorgung ist eine Katastrophe", erklärte er. Mit seiner Frau habe er vergangenes Jahr in Eigeninitiative immer wieder am Containerstandort Wernitzgrüner Straße sauber gemacht. Doch der Müll war immer wieder da, mit zunehmender Tendenz. "Ende des Jahres ist das aus dem Ruder gelaufen", so Luderer. Nachdem er sich bei Stadt, Abfallamt, Entsorger durchtelefoniert hat, gibt es aus seiner Sicht nur eine Konsequenz. "Die Container abziehen. Ich bin dafür." Am 28. Januar wurden die Papiercontainer geleert. "Abends war der erste voll. Große Kartonagen, sieht industriemäßig aus. Im zweiten liegen schon wieder zwei große Kartons", so Luderer.

In der Verwaltung ist der Müll-Ärger schon angekommen. "Die Stadt schreibt, ruft an, mailt", so Rubner. An Landrat Rolf Keil (CDU) habe er auch Fotos geschickt, vom völlig vermüllten Containerstandort im Neubaugebiet. Hier hatte eine Familie über Weihnachten sauber gemacht. "Schönen Dank dafür", so das Stadtoberhaupt. Der Bauhof ist laut Bürgermeister die Standorte abgefahren und habe zwei Lkw-Ladungen voll Papiermüll zu Schrott-Stark nach Siebenbrunn gebracht. Hier kann Pappe kostenlos abgegeben werden, für Papier gibt es sogar Geld. Inzwischen hat Rubner den Kreis gebeten, die Papiercontainer abzuziehen. "Aber bitte nicht über Nacht. Sondern die Bürger auch anschreiben und sie eindringlich darauf aufmerksam machen, dass jeder sich privat blaue Tonnen versorgt. Das machen nämlich längst noch nicht alle", so der Bürgermeister. Zugleich bat er um Hinweise auf Müllverursacher. "Wenn Etiketten dran sind, runter machen, zu uns bringen. Die kriegen dann einen Brief. Damit mach ich mich unbeliebt, ich weiß."

Es gebe aber noch mehr Probleme, so Stadtrat Robin Jacob (CDU). Er kritisierte die seit Jahresbeginn gepflegte Praxis, dass sauber gebündelte Kartonagen neben der blauen Tonne nicht mehr mitgenommen würden. Rubner sah dies ebenso. "Es gibt auch keine große Container für Firmen. Wir haben welche beantragt und keine erhalten", so Frank Meinel (Freie Wähler), dessen Familie im Zitherbau tätig ist. In Erlbach gibt es Ärger mit nicht abgeholten Tonnen, so Ortsvorsteher und Stadtrat André Worbs (Freie Wähler). "Das ist kein schöner Anblick, abgeholt wird erst, nachdem es Anrufe gab", sagte er. Vergangenes Wochenende häuften sich im sozialen Netzwerk Facebook erneut Beschwerden dazu. Rubner: "Ich habe auch schon die Unpünktlichkeit bemängelt. Ein Teil wird abgeholt, ein Teil nicht. Es wird abgeholt, heißt es auf Nachfrage. Wenn ich frage, wann, heißt es, dies könne man nicht sagen."

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