Stadtchefin sieht Projekt in weite Ferne gerückt

Förderbescheid für abgelehntes Dorfhaus Gunzen eingegangen

Gunzen/Schöneck.

Projekt gestoppt, Geld eingegangen: Mit dieser Entwicklung sieht sich die Stadt Schöneck mit Blick auf das Vorhaben Dorfhaus Gunzen konfrontiert.

Am vergangenen Montag hatte der Stadtrat Schöneck mit neun Ja-Stimmen bei sieben Enthaltungen beschlossen, das Projekt Dorfhaus zu stoppen und die zum Zeitpunkt in Aussicht gestellten Fördermittel des Programms "Vitale Dorfkerne" in Höhe von 356.000 Euro zurückzugeben. Vorgegangen war ein Beschluss des Ortschaftsrates Gunzen, der das von ihm 2016 bestätigte Projekt noch einmal überarbeitet haben wollte. Zwischenzeitlich sind rund 42.000 Euro an Planungskosten aufgelaufen. In der Stadtratssitzung hatte Bürgermeisterin Isa Suplie (CDU) zugesagt, das Gunzener Anliegen im nächsten Technischen Ausschuss erneut zu beraten.

Es sollte im bestehenden Saalgebäude ein Mehrzweckraum entstehen, der bei einer reinen Bestuhlung bis 120 Personen fasst, bei Nutzung mit Tischen etwa 60 Personen Platz bietet. Dazugehörig waren ein Sanitärbereich, Räume für Feuerwehr und Jugendclub, ein Lager sowie eine Doppelgarage für die Feuerwehrfahrzeuge geplant. Das Gebäude sollte komplett den Anforderungen an Barrierefreiheit entsprechen. Das gesamte Projekt sollte einen Umfang von rund 800.000 Euro haben. Nach Suplies Worten waren Eigenmittel in Höhe von 368.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Für die Feuerwehr sollte ein zusätzlicher Fördertopf gesucht werden.

Am Freitag ist nun für das Vorhaben ein Fördermittelbescheid über rund 354.900 Euro bei in Schöneck eingegangen, wie die Bürgermeisterin informierte. Nun muss entschieden werden, ob er tatsächlich zurückgegeben wird. "Damit wäre die Chance vertan, zeitnah das Projekt umzusetzen. Sämtliche an der Förderung beteiligten Behörden sowie Teile des Stadtrates zeigten Unverständnis, da gerade das Programm ,Vitale Dorfkerne' mehrfach überzeichnet war, es lagen wesentlich mehr Förderanträge vor als Mittel bereitstanden, so Suplie. Somit rücke eine Realisierung eines neuen Projektes in weite Ferne. "Es bleibt dann zu hoffen, dass diese Mittel wenigstens im Vogtland bleiben."

Pflichtaufgabe der Stadt ist es, so Suplie, geeignete Räume für die Feuerwehr zu schaffen. Beim jetzt abgelehnten Projekt wurde dies bereits berücksichtigt, bei künftigen Entscheidungen werde diese Pflichtaufgabe im Vordergrund stehen.


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