Starker Start ins Jahr: Neue Fitness-Kolonnaden als Magnet

Die Sächsische Staatsbäder GmbH hat im Kurort geliefert: Das frühere Café am Kurpark ist nicht wiederzuerkennen. Viele Einwohner sind begeistert.

Bad Brambach.

Friedrich Nierhoff nickte anerkennend. "Toll, was hier entstanden ist", sagte der 75-Jährige, während gerade eine Gruppe nach der anderen im Eilzugtempo durch das Gebäude geführt wurde. "Vielleicht gehöre ich ja auch bald zu den Nutzern", meinte der Bad Brambacher - Probleme mit der Halswirbelsäule verlangen Linderung. "Ich denke, dass hier etwas für mich dabei ist."

Menschen wie Friedrich Nierhoff hatte Staatsbäder-Chef Gernot Ressler im Blick, als er den Umbau des in die Jahre gekommenen Kolonnadencafés plante. Denn das am Freitag neu eingeweihte Mehrzweckgebäude am Kurpark sollte nicht nur den Kurgästen vorbehalten sein. Auch etwas für die Einwohner wollte er schaffen, die seit vielen Jahren immer etwas neidisch nach Bad Elster blickten. Jetzt hat Ressler, haben die Staatsbäder geliefert. An Teil eins der Investitionsoffensive rund um das Thema Radon ist der Haken gesetzt. Die Einwohner von Bad Brambach - das war zur Einweihung deutlich spürbar - erkennen an: Es geht voran. Viel Lob war zu hören, nicht nur von den Offiziellen. Besucher in dreistelliger Zahl nutzten den Tag der offenen Tür, der am heutigen Samstag von 10 bis 18 Uhr in die zweite Runde geht.

Rund 1,6 Millionen Euro hat der Freistaat Sachsen über seine hundertprozentige Tochter für den Umbau der Kolonnaden in die Hand genommen. Davor stand die Frage, das 1992/1993 als Restaurant und Café erbaute Gebäude zu verkaufen. Der Gaststättenbetrieb war 2016 zu Ende gegangen. Die Würfel fielen letztlich in die andere Richtung. "Nein, das Filetstück bleibt Bestandteil unseres Unternehmens", sagte Ressler. Es wurde ein Konzept entwickelt, das Gebäude bei der stärkeren Fokussierung auf das Thema Radon zu nutzen und den Ort "für Einheimische ein weiteres Stück lebenswerter macht", wie Bürgermeister Maik Schüller (parteilos) würdigte.

Herzstück des Ganzen ist ein modernes Fitnessstudio mit 25 Geräten. Es kann dabei unabhängig von den Öffnungszeiten mit eigenem Zugang von 7.30 bis 21 Uhr beziehungsweise bis 22 Uhr freitags und samstags genutzt werden. Auch Umkleiden gibt es. Der vordere Teil des Hauses verfügt über einen größeren Mehrzweckraum sowie zwei Therapieräume. Perspektivisch geplant ist, hier Gruppenkurse anzubieten. Auch zwei bis drei wöchentliche Informationsveranstaltungen zum Thema Radon soll es geben.

20 Gewerke, davon 18 aus der Region, waren am Umbau seit Mitte des Jahres 2018 beteiligt. Die Substanz des Gebäudes war schlecht: Marodes Dach, Statikprobleme, Feuchtigkeitsschäden. Zudem musste eine Stützmauer im Rückraum aufwendig erneuert werden. Die Kosten stiegen.

Die Einwohner haben Schritt für Schritt alles genau mitverfolgt. "Jetzt brauchen wir nur noch viele Patienten", meinte eine ältere Frau, die an der Badstraße wohnt. Ein bisschen Skepsis war noch dabei - bei diesem starken Start ins neue Jahr.


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