Streit um Funkmast in Theuma: Neuer Rat soll ran

Nach Pro und Kontra Entscheidung auf Ende August vertagt - Telekom appelliert an Einwohner

Theuma.

Ob ein Funkmast am Theumaer Sportplatz oder an anderer Stelle im Dorf aufgestellt werden wird oder nicht, das soll der neue Gemeinderat entscheiden. In dem Ende Mai gewählten Gremium werden einige neue Gesichter vertreten sein. Er konstituiere sich frühestens im August, zuvor herrsche noch eine Widerspruchsfrist, so Bürgermeister Ulrich Sörgel (SPD) bei der Ratssitzung am Montagabend. Erneut waren Gegner des Sendemastes zum öffentlichen Teil erschienen, unter ihnen Sörgels Amtsvorgänger Lothar Schwenkbier. "Wir sind nicht prinzipiell gegen den Mast, doch vor allem am geplanten Ort", sagte der Ex-Bürgermeister. Er appellierte an den neuen Rat, sich sorgfältig Gedanken zu machen. Am allerbesten sei es im Zuge des Breitbandausbaus ab dem nächsten Jahr, wenn gar kein Sender nach Theuma käme.

Unter den Räten gab es erneut Pro und Kontra. Er sei erst dafür gewesen, verstehe mittlerweile aber die Bedenken, äußerte sich Thomas Lindner (Initiative für Theuma). "Es wird zu einer Sache immer zwei Meinungen geben", so Ronny Mattheß (SV Theuma), ein Befürworter des schnellen Internets. "Die Telekom muss sich wohl noch bis zu einer endgültigen Entscheidung gedulden", sagte Sörgel.


Der Theumaer Gemeindechef hatte in der Gemeinderatssitzung im März über Gespräche informiert, die mit der Telekom geführt worden seien. Erst nach einem Bericht in der "Freien Presse" erfuhren die meisten Einwohner von dem Vorhaben, befürchteten gesundheitliche Schäden durch Strahlung. Im Nu wurden rund 250 Unterschriften gegen die Pläne gesammelt.

Telekom-Sprecher Georg von Wagner hat indes die ablehnende Haltung als "fatal" bezeichnet. "Es geht um die Zukunft von Theuma als Wohn- und Arbeitsplatz. Nur Kommunen, die eine funktionierende digitale Infrastruktur haben, bleiben in der Zukunft für Familien und Firmen interessant. Wo es keinen Zugriff auf das Internet per Computer und Smartphone gibt, wird sich niemand mehr ansiedeln", so vom Wagner. Ob sich Netzbetreiber Telekom auf die Suche nach einem anderen Standort in Theuma machen werde? Das Unternehmen suche immer auch nach Alternativen auf privaten Liegenschaften. Aber Theuma sei laut vom Wagner topografisch anspruchsvoll. Deshalb könne es sein, dass der Ort ein Funkloch bleibt. "Es gibt nur noch wenige Orte, in denen sich ein Teil der Einwohner so quer zu Mobilfunk stellt", kritisiert der Telekom-Sprecher. (sasch)

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