Südscheune erneut unter Wasser

Auch abwärts der Weißen Elster hinterließ das Wasser seine Spuren. Es traf einmal mehr die, die schon vor fünf Jahren betroffen waren.

Weischlitz/Plauen.

Weischlitz, Kürbitz, Straßberg und Thiergarten - durch diese Ortschaften schob sich die Flutwelle.

Gegen halb neun am Donnerstagabend erreichte die Wasserwelle Weischlitz. Die Talsperre Pirk war so voll, dass ihre Verwalter sie abgelassen hatten. Das Wasser lief in die Nordscheune und die Südscheune und auf das Grundstück des Autohändlers Laube - wie schon 2013. Lutz Härtl ist zweiter Vorsitzender des Fußballvereins FSV Weischlitz. Als er gestern mit seiner Trainingsjacke am Fußballplatz stand, fuhren seine Gedanken Karussell. "Schlimmer als vor fünf Jahren", sagt Härtl. Deutlich mehr Treibgut habe es angespült. Der Platz, den sie damals nach dem Hochwasser ein Jahr lang nicht nutzen konnten, ist wieder überschwemmt. Die wertvollsten Sachen brachten die Fußballer vor der Flut in Sicherheit.

Wie hoch die Schäden sind, dazu gibt es keine Zahlen. In der Plauener Umgebung fuhren die Feuerwehren etwa 50 Einsätze. Sie pumpten Keller und Garagen aus, überflutete Grundstücke frei und stapelten Sandsäcke.

Die Verzinkerei an der Plauener Auenstraße war einer der Orte, vor denen die Feuerwehrleute Respekt hatten. "Wenn da Wasser reinläuft - gute Nacht. Da besteht die Gefahr, dass sich Knallgas entwickelt", sagt der Einsatzleiter. Seine Kollegen sicherten die Firma ab, ebenso die Sparkassenzentrale am Elsterufer. Dort hatte man Angst um den Serverraum. Der Pegel schwoll ab, bevor das Wasser überschwappte. Auch am neu sanierten Stadtstrand und an der BMX-Anlage. Knapp sei es gewesen, sagt André Schäfer vom BMX-Park.

Alle Beiträge zum Unwetter im Vogtland in unserem Special


Splitter

Pegelstand höher als 2013: Mit einem Pegelstand von 2,14 Meter erreichte die Weiße Elster am Donnerstagabend um 20 Uhr in Oelsnitz ihren Höchststand. Damit stieg sie noch über das Niveau von 2013. Normal sind an dieser Stelle 35 Zentimeter. Gestern fiel der Wasserstand schnell. Bereits am Vormittag lag er wieder unter 1,50 Meter.

Schaulustige behindern Retter: Nach Angaben der Polizei hätten Schaulustige zum Teil den Einsatz der Rettungskräfte behindert. Zum Beispiel in Adorf, wo einige Anwohner im Bereich der Weißen Elster durch Feuerwehr und THW evakuiert wurden. Von "Gaffern" sprach die Polizei an der Talsperre Pirk, als diese kontrolliert abgelassen wurde. Die Polizei sprach ihnen einen Platzverweis aus.

Jobcenter betroffen: Die Dienststelle Adorf des Jobcenters bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Anliegen sollten über die Dienststellen Auerbach oder Plauen geklärt werden. Servicerufnummer: 03741 232600.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...