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Talsperre Pöhl: Archäologen legen ein Stück Mittelalter frei

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Wer künftig in Altensalz parkt, stellt sein Auto auf geschichtsträchtigem Boden ab. 19 Funde wurden dort dokumentiert.

Altensalz.

Beim Bau des neuen Parkplatzes nahe der Talsperre Pöhl in Altensalz sind Archäologen fündig geworden. Nach dem Abschieben des Oberbodens haben Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie Sachsen insgesamt 19 sogenannte Befunde aus dem Mittelalter entdeckt und dokumentiert.

Dabei handelt es sich vor allem um Reste von Schlacke und Keramik. "Vermutlich war dies ein Verhüttungsplatz für Eisen des 13./14. Jahrhunderts", erklärt Christoph Heiermann, Referatsleiter im Landesamt. "Genauer lassen sich die Keramikfragmente leider nicht datieren." Die Befunde wurden nach der Untersuchung im Boden belassen und mit Bautextil abgedeckt. Die in diesem Bereich geplanten Aufschüttungen für den neuen Parkplatz sind inzwischen erfolgt. Auf diese Weise bleiben die Zeugen der Vergangenheit im Boden bewahrt und wird so mancher sein Auto auf geschichtsträchtigem Boden abstellen.

Wohl nur fürs geübte Auge sind die Schattierungen im Boden zu lesen. Eine halbrunde Struktur am Rand der Grabungsfläche in Altensalz deutet auf den Standort eines Ofens zur Metallverhüttung hin, erläutert Christoph Heiermann. Die andere Hälfte befindet sich offenbar außerhalb der Grabung.

Unerwartet sind die Funde nicht. Ein im Auftrag des Landesamtes für Archäologie 2018 geschossenes Luftbild bei Niedrigwasser zeigt Strukturen. Das gesprengte Schloss im versunkenen Dorf Pöhl hebt sich als rötliche Fläche ab, links daneben lag der Schlosspark, den man als graue Fläche sieht. Im Vordergrund sind Grundmauern von Wirtschaftsgebäuden des Schlosses zu erkennen und oberhalb Häuser des ehemaligen Dorfes Pöhl.

Der Zweckverband Talsperre Pöhl ist Bauherr des neuen Parkplatzes. Geschäftsführerin Elisabeth Blüml überlegt, eine Infotafel zu installieren - mit Fotos und einer Einordnung der Funde. Entschieden sei das aber noch nicht.

Unterdessen ist der Bau des Parkplatzes weit vorangekommen. Der Zweckverband Talsperre Pöhl will mit solchen Maßnahmen die touristische Infrastruktur verbessern und das alle Jahre wieder im Sommer drückende Problem des Wildparkens entschärfen. Besonders im idyllischen Altensalz beklagen Anwohner immer wieder, dass Badegäste Rettungswege zu ihren Grundstücken mit Fahrzeugen zustellen.

Im Sommer 2021 gelang es dem Zweckverband, eine geeignete, knapp 3000 Quadratmeter große Fläche an der Kreisstraße 7883 direkt am Ortsausgang von Altensalz in Richtung Neuensalz zu erwerben. Im April 2022 wurde das schon lange geplante Vorhaben beschlossen. 62 Auto- und fünf Motorrad-Stellplätze sollen dort entstehen. Die Baufirma Keßler aus Plauen-Oberlosa hatte mit ihrem Angebot in Höhe von 127.000 Euro brutto den Zuschlag erhalten.

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