Theumaer lehnen Funkmast ab

Rund jeder vierte Theumaer hat sich mit seiner Unterschrift gegen die Errichtung einer Mobilfunksendeanlage im Ort ausgesprochen. In der Ratssitzung am Montagabend wurde heftig diskutiert.

Theuma.

Gegen die avisierte Errichtung eines Funkmastes am Theumaer Sportplatz laufen viele Einwohner Sturm. Dementsprechend groß war das Interesse der Bürger an der Gemeinderatssitzung am Montagabend im Sportlerheim. Elektrosmog-Kritiker hatten im Vorfeld der Veranstaltung Bürgermeister Ulrich Sörgel (SPD) eine Liste mit fast 250 Unterschriften gegen die Mobilfunksendeanlage übergeben.

Der Theumaer Gemeindechef hatte im März über Gespräche informiert, die mit der Telekom geführt worden seien. Erst nach einem Bericht in der "Freien Presse" erfuhren die meisten Einwohner von dem Vorhaben. Manche waren davon entsetzt, Elke Taubert zum Beispiel: "Nur 120 Meter neben einem Spielplatz, das ist unvorstellbar", sagte sie während der Ratssitzung. Auch Elisabeth Hertel meldete sich zu Wort, und zwar als Vertreterin der jungen Generation: "Wir müssen für alle denken. Jeder Mensch reagiert anders." Es sei nicht so, dass es in Theuma gar keinen Handy- oder Internet-Empfang gebe, es dauere nur alles etwas länger, so Hertel, die seit geraumer Zeit an Schlaflosigkeit leide. Sie frage sich, ob das an den WLAN-Routern überall liegt.


Während Bürgermeister Sörgel zugab, er persönlich brauche keinen Mast, sagte Ronny Mattheß (SV Theuma), er sei ein Befürworter. Denn die Moderne mache keinen Halt vor dem 1036-Seelen-Ort. Der Taxifahrer benötige die schnelle Kommunikation beruflich. Ratskollege Uwe Riedel (FDP) wiederum habe sich zum Thema belesen. "Ich würde dagegen stimmen", so der stellvertretende Bürgermeister.

Eine junge Familie, die in Theuma gebaut hat, sei entsetzt gewesen. Man habe extra recherchiert, habe sich nur in dem Ort niederlassen wollen, weil dort eben keine Strahlung existiert - jedenfalls nicht in Theuma selbst. Am Rande der Gemeinde, in Richtung Tirpersdorf, steht bereits ein Mast. Er befindet sich zwar etwa einen Kilometer zu den ersten Wohnhäusern entfernt, doch die Landschaft sei verschandelt, so Elke Taubert. Sie und die anderen Vertreter der Gegenbewegung forderten zudem ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit ein.

Als vor Jahren auf der mittlerweile abgerissenen Gaststätte Anker an der Hauptstraße ein Funkmast errichtet werden sollte, gab es bereits eine Bürgerinitiative. Daran erinnerte ein Anwohner. Er empfinde, dass Theuma ohne den Sender einen Standortvorteil hat. Beim Sammeln der Unterschriften habe man sich mit gut informierten Menschen unterhalten. Sörgel beruhigte: "Wir wollen den Dorffrieden erhalten, und noch ist ja auch nichts passiert."

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