Töpferei Forner verlässt das Vogtland

Seit 139 Jahren gehören Töpferwaren aus dem Familienbetrieb zum Göltzschtal. Jetzt zieht die Werkstatt um. Vor Ort verkauft wird weiterhin.

Auerbach.

Der Entschluss ist Knut Forner (45) nicht leicht gefallen: Der Töpfermeister verlässt Schnarrtanne und das Vogtland und zieht um nach Brand-Erbisdorf. "Dort lebt meine Lebensgefährtin - irgendwann muss man sich halt entscheiden, wenn man zusammen leben will." Das Paar baut derzeit einen Zweiseitenhof aus, dort befindet sich ab 2020 auch Forners traditionsreiche Werkstatt. Der bisherige Standort in Schnarrtanne (Adresse Zur Töpferei 6) ist verkauft und soll zum Wohnhaus umgebaut werden. "Das Geschäft läuft ganz normal weiter, halt nur an einem anderen Standort", sagt Knut Forner. "Und Brand-Erbisdorf ist ja auch nicht aus der Welt."

Auf jeden Fall will er Jahr für Jahr zum Töpfermarkt auf dem Auerbacher Altmarkt dabei sein und seinen Vater Helmut bei dessen Organisation unterstützen: "Das werde ich peu à peu übernehmen." Auch dem Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt am Auerbacher Schloss, der alljährlich am 4. Advent stattfindet, will er die Treue halten. Und mit einem Geschäft in der Auerbacher Innenstadt ist eine Kooperation geplant, sodass die beliebten Artikel aus dem Hause Forner künftig weiterhin dort erhältlich sein sollen. Sowieso laufe inzwischen viel über seinen Online-Shop, sagt Forner: "Dieses Geschäft nimmt seit der Gründung im April 2017 ständig zu."

Einen Großteil seiner Waren verkauft der Meister auf insgesamt 15 Märkten, an denen er zwischen Anfang April und Mitte Oktober teilnimmt: "Insofern bin ich vom Standort nicht so abhängig." Besonders wichtige Märkte seien Wittenberg, Görlitz und Neukirch in der Lausitz. "Auch auf dem Freiberger Markt sind wir immer dabei, dort haben wir viele Stammkunden." Dorthin hat er künftig einen kürzeren Weg. Wichtig sei, dass man konstant Jahr für Jahr komme und am selben Platz stehe, sagt Knut Forner: "Nur so hält man seine Kundschaft."

Die Töpferei Forner hat eine lange Historie, die weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Damals hatte Knut Forners Urururgroßmutter, die "Töpfer-Mine", in Rodewisch mit Keramik gehandelt, die sie aus der Lausitz bezog. Als dies zu aufwendig wurde, ließ sie ihre Söhne Christian und Gustav dort das Töpferhandwerk erlernen. 1880 gründeten die beiden die Töpferei am Standort des heutigen Klinikum Untergöltzsch.

Knut Forners Vater Helmut machte sich 1983 mit seiner Frau selbstständig und baute nach der Wende die Töpferei in Schnarrtanne auf, die der Sohn 2014 übernahm.

Typisch für Forner-Keramik sind stilisierte Mohn- und Margeriten-Blüten, die auf vielen Vasen, Krügen, Tassen und Tellern zu finden sind. Vater und Sohn hatten diese Symbole im Familienbetrieb gemeinsam entwickelt. Ihr Ladengeschäft in der Plauenschen Straße in Auerbach hatten die Forners zu Jahresbeginn schon geschlossen, jetzt folgt der Abschied aus dem Vogtland.

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