Treue Fans harren bei Regen und Kälte aus

Zum Finale des Sommer-Grand-Prix kamen die besten Skispringer der Welt nach Klingenthal. Zum Wettkampf am Samstag spielte das Wetter nicht mit, doch die geduldigen Zuschauer wurden noch belohnt.

Klingenthal.

Schon am Morgen hätte es einem angst und bange sein können: Es regnete, ein scharfer Wind pfiff zudem über das Oberland. Werden angesichts solcher Bedingungen die Skispringer in der Vogtland-Arena an den Start gehen? Wetter-Apps kündeten an, dass sich um 14 Uhr die Lage bessert - Hoffnung keimte auf, sie erfüllte sich jedoch nicht. Der für 14.45 Uhr angesetzte Probedurchgang wurde zunächst auf 15.15 Uhr verschoben und schließlich ganz abgesagt. So sollte es denn also um 16 Uhr gleich "scharf" losgehen, jedoch auf Beschluss der Rennleitung nur mit einem Wertungsdurchgang. Auch das blieb ein Wunsch, erst eine Stunde später begann das Finale des Sommer-Grand-Prix. Zuvor jedoch gab es außerhalb des Sportlichen zwei Überraschungen. Stellvertretend für alle Helfer, die den Grand Prix absicherten, wurden Gerd, Birgit und Anja Jakob als besonders engagierte Ehrenamtliche gewürdigt. Und: Der VSC Klingenthal als Ausrichter erhielt vom Sächsischen Staatsministerium einen Scheck in Höhe von 25.000 Euro.

Es kommt nicht von ungefähr, dass das Publikum in der Vogtland-Arena Klingenthal als das beste in ganz Deutschland angesehen wird. Am Samstag gab es wieder einen Beweis dafür. Trotz Regen, Wind und Verzögerung hielten Fans nicht nur durch, sondern sie sorgten auch für Stimmung im Rahmen des Möglichen. Allein dass sie - zum Beispiel Familie Kaune aus Hannover - nur für das Finale des Sommer-Grand-Prix ins Vogtland kamen, nötigte schon Hochachtung ab. Gleiches geht auch in Richtung von Nicole Kirchner aus Lauscha sowie Veronika und Klaus Steinbach aus der Nähe von Köln. Das Ehepaar gehört zu den ganz harten Skisprung-Fans: "Wenn es sich machen lässt, fahren wir seit 20 Jahren der österreichischen Mannschaft hinterher. Manchmal schlafen wir sogar im gleichen Quartier. In Klingenthal sind wir von Anfang an dabei. Zum Weltcup im Dezember schaffen wir es aber nicht. Unser Schwiegersohn hat Geburtstag - er lebt in der Schweiz. Das ist ein bisschen sehr weit." Als Stammgäste in der Vogtland-Arena sehen sich auch Steffi Reinhold und Roberto Renner aus Adorf: "Wettbewerbe mit der Weltspitze muss man sich einfach ansehen." Eben so treu, egal ob es regnet, stürmt oder schneit, sind Wolfgang und Christine Seidel aus Oberzwota. Ihre Begeisterung drücken sie in einem Satz treffend aus: "Wenn wir wirklich mal nicht zuschauen können, dann gibt es dafür nur einen Grund: Wir sind krank!"

Während die Zuschauer beim Wertungssprung kräftig mit den Landesfahnen wehten, lautstark Rasseln knattern ließen, brachte Harry, Maskottchen der Vogtland-Arena, die Fans zusätzlich in Stimmung. Nicht nur die sieben Landsleute wie Richard Freitag und Karl Geiger wurden trotz des abgespeckten Wettkampfs lautstark in Stimmung gebracht: Zum Weltcup auf Schnee am dritten Adventswochenende wollen viele Zuschauer wieder dabei sein. Die in der letzten Saison angelegte und mit Spezialplanen abgedeckte Schneereserve wartet darauf, wenn es nötig ist, im Schanzenauslauf präpariert zu werden. Klingenthal legt sich - egal wie - ins Zeug: für die Springer, die Zuschauer, die Stadt und den VSC. Dafür allen Beteiligten ein großes Dankeschön!

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