Treuener Tüftler schraubt an selbstentwickeltem Sportwagen

Matthias Lorenz hat einen Traum: Er möchte dazu beitragen, dass wieder sächsische Autos über die Straßen rollen. Um den zu verwirklichen, hat er gleich zwei Modelle zusammengeschraubt.

Treuen.

Wie viele Stunden Matthias Lorenz an seinem Sportwagen namens "Ela" schon geschraubt hat, weiß er nicht mehr. "Unendlich viele", mussten nach den Worten des 51-jährige Klempnermeisters und Automobilsportfans aus Treuen vergehen, bis am 6. März die Jungfernfahrt stattfinden konnte. Gefahren ist allerdings nur das Chassis - das Fahrgestell - mit Stahlrohrrahmen, Rädern, Lenkung und einem Porsche-Motor. Eine Karosse hat das Gefährt noch nicht.

Gleich mehrere Gedanken haben den heute 51-Jährigen bewegt, als er um die Jahrtausendwende damit begonnen hat, sich intensiv mit dem Entwickeln eines eigenen Sportwagens zu befassen. Einerseits gefallen ihm Flitzer wie die der Marke Ferrari. Andererseits möchte Lorenz dazu beitragen, dass wieder ein Auto aus dem früher in der Fahrzeugentwicklung dominierenden Sachsen auf die Straßen kommt. Als Beispiele aus der Vergangenheit zählt er auf, dass Louis Tuchscherer im nahen Schönheide das erste mit Benzin betriebene Auto gebaut und August Horch in Reichenbach seine ersten Autos montiert hat. Mit der Entwicklung in Treuen möchte Lorenz außerdem das Vogtland bekannt machen. Das zeigen auch die Vogtland-Aufkleber auf dem Chassis.


Mit dem Umsetzen seiner Ideen begann der Treuener 2001, als er das erste Bild seines Sportflitzers am Reißbrett zeichnete. Es folgten gefräste Modelle in verschiedenen Größen. "Für meine Studien hatte sich damals sogar der Dresdener Sportwagenhersteller Melkus interessiert", so Lorenz. Als die Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Fahrzeuges auseinandergingen, baute er alleine weiter. Von 2006 bis 2008 entwickelte er eine von 5000 Nieten zusammengehaltene Konzeptkarosse aus Aluminium ohne Inhalt und präsentierte sie bei einer Messe in Nürnberg.

Danach hat er das Auto noch einmal komplett neu gezeichnet. Nun mithilfe des Computers anstelle des Reißbretts. "Den Umgang mit dem Computer musste ich erst lernen", erinnert er sich. Das neue Chassis ist etwas größer als die Alu-Karosse, weil sie auf Teilen aus einem alten Porsche basiert. Den hatte sich der Treuener als Teilespender gekauft. Mithilfe des Rechners hat er auch den Rahmen konzipiert und jedes Rohr einzeln gezeichnet. Das Schrauben begann 2014. Stellvertretend für die "über 40 Leute, die mir bisher geholfen haben", nennt der Sportwagenfan den Auerbacher Autoservice von Matthias Witte: "Bei ihm stand mein Auto drei Monate auf der Grube. Dort konnten wir alles montieren." Derzeit sucht er nach einer Firma, die ihn beim Bau einer neuen Hülle unterstützt, weil die Alu-Karosse zu klein ist.

Matthias Lorenz freut sich, dass er bisher soweit gekommen ist. Ihm ist aber klar, dass er Sponsoren braucht, um die Idee vom in Serie produzierten Sportwagen umzusetzen. "Alleine schaffe ich das nicht." Deshalb nutzt er jede Chance, um Förderer zu finden. Die nächste sieht er in der Teilnahme an der Oldtimermesse Swiss Classic World am letzten Maiwochenende in Luzern: Dort stellt er seine Prototypen vor.

Für dieses Jahr hat Matthias Lorenz mit seiner Ela - die Abkürzung stammt vom Vornamen seiner Tochter Michaela - aber noch andere, große Pläne: Er sagt: "Ich möchte das Auto noch auf einer Rennstrecke testen."

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