Trotz aller Operationen: Mia lässt sich nicht unterkriegen

Leser Helfen: Als alleinerziehender Vater kümmert sich Nico Günthel rund um die Uhr um seine drei Töchter. Die Jüngste musste in ihrem Leben ganz besonders stark sein.

Um ihre Klumpfüße konnte sich zuerst niemand kümmern. Als die kleine Mia vor drei Jahren zur Welt kam, kämpften die Ärzte vom ersten Augenblick an um ihr Leben. "Der Rücken war offen, die Wirbelsäule lag frei", berichtet Petra Zehe vom Kinderhospizdienst Nächstenliebe. "Da können natürlich Krankheitskeime eindringen." Einen Wasserkopf hatte Mia auch. Der Druck im Schädel durch zu viel Hirnwasser musste dringend verringert werden. Keine Zeit für Füße.

Mittlerweile sind die Füße eingegipst. Ob Mia jemals auf ihnen laufen wird - und seien es auch nur ein paar Schritte - ist völlig offen. Kein einfaches Leben für Mia und ihrer Familie. Die Leser der "Freien" Presse können es ihnen jedoch deutlich erleichtern. Denn Vater Nico Günthel muss regelmäßig mit der Dreijährigen für Kontrollen an die Leipziger Uniklinik. Ein Auto kann er sich jedoch nicht leisten. Da zwei seiner drei Mädchen behindert sind, waren für den Lasterfahrer Beruf und Familie nicht mehr vereinbar. Der Verein "Leser helfen" sammelt deshalb Spenden für ein gebrauchtes Auto, in das auch der Rollstuhl für Mia eingeladen werden kann.

Einen Silberstreif am Horizont gibt es mittlerweile: Eine Reichenbacher Firma stellt Nico Günthel übergangsweise einen Wagen aus ihrem Fuhrpark zur Verfügung. Für den 35-jährigen Familienvater ist das eine enorme Erleichterung. Aber natürlich ist das nur eine Übergangslösung, da die Firma den Wagen demnächst wieder selbst braucht.

Die Fahrten nach Leipzig werden in den nächsten Jahren aber nicht weniger. Denn was bei Mias Geburt galt, das gilt auch künftig: Es geht um viel mehr als die Füße. "Der Druck im Schädel muss weiter genau beobachtet werden", sagt Nico Gündel. Dreimal wurde das Mädchen schon am Kopf operiert. Schläuche leiten das Zuviel an Hirnwasser aus dem Kopf über die Blase aus dem Körper. Einmal war ein Ventil kaputt und der Druck stieg auf das Doppelte an. "Da wäre Mia fast gestorben", erinnert sich ihr Vater. "Der Arzt meinte damals, es sei kurz vor zwölf gewesen."

Auch der Rücken kann jederzeit Probleme verursachen. Als Wasserblasen auf das Rückenmark drückten, musste ebenfalls schnell operiert werden. Epileptische Anfälle gefährden Mias junges Leben zusätzlich. Und als wären all das und die Klumpfüße nicht schon genug, ist auch ihre Wirbelsäule nicht richtig zusammengewachsen.

Trotzdem - oder vielleicht ja gerade deshalb - bringt die Dreijährige mit ihrer Fröhlichkeit nicht nur ihre zwei Schwestern immer wieder aufs Neue zum Lächeln. Sondern auch Vater Nico. Wenn es dann sogar noch mit dem Auto klappt, wird es für die Günthels in diesem Jahr bestimmt ein fröhliches Weihnachten.

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