Umgekippte Bäume werden Zankapfel

Hätten die Zugausfälle der vergangenen Woche verhindert werden können? Die Vogtlandbahn sagt: ja. Und hat einen Schuldigen ausgemacht.

Zwotental.

Das hätte nach Meinung der Vogtlandbahn schneller gehen können - und sogar müssen. Von Mittwoch bis zur Nacht zu Freitag war die Strecke von Zwickau nach Tschechien wegen der Schneemassen bei Falkenstein dicht. Schuld hatte nach Einschätzung von Vogtlandbahn-Pressesprecher Jörg Puchmüller die DB-Netz, also jenes Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, das für die Wartung der Strecken zuständig ist. "Wir hatten für die Nacht zum Donnerstag einen Schneeräumzug bestellt, aber der kam nicht", so Puchmüller. "Das Problem ist, dass die DB-Netz zu wenige dieser Geräte in Bereitschaft hält."

Vor Puchmüller hatte auch schon sein Chef, Geschäftsführer Wolfgang Pollety, Kritik an fehlender oder nicht verfügbarer Räumtechnik geübt. Der Geschäftsführer und sein Pressesprecher sehen aber noch ein weiteres Problem: Viele Bäume entlang der Strecke der Vogtlandbahn seien ihrer Meinung nach nur deswegen unter den Schneemassen zusammengebrochen, weil man dort vor dem Winter schlecht kontrolliert habe. "Morsche Bäume müssen gekennzeichnet und entfernt werden", so Puchmüller. Und genau das sei nun einmal Sache der DB-Netz.

Da widerspricht die Bahn nicht. Allerdings betont der Verkehrskonzern, dass er genau dies ordentlich gemacht habe. "Dies geschieht dann, wenn Bäume offensichtlich krank sind und potenziell den Bahnverkehr beeinträchtigen können", so eine Bahnsprecherin gegenüber der "Freien Presse". Die extreme Anzahl der auf die Gleise gekippten Bäume sei demnach schlicht eine Folge des extremen Wetters. "Meteorologen sind sich einig: Der starke Wintereinbruch aktuell in Bayern und Sachsen ist außergewöhnlich", so die Bahnsprecherin.

Außergewöhnlich oder nicht - bei der Vogtlandbahn hält man an der Kritik fest. Pressesprecher Puchmüller: "In unseren Augen ist da zu wenig passiert."

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