Umweltbundesamt in Bad Elster: Bau für 43 Millionen Euro geplant

Die einzige Bundesbehörde im Vogtland will ihren Standort deutlich stärken. Bis 2025 soll im Staatsbad ein ökologisches Vorzeige-Gebäude entstehen.

Bad Elster.

Das Umweltbundesamt will für seine Außenstelle in Bad Elster einen Neubau errichten. Ziel ist es, das Gebäude mit zahlreichen Laboren in den Jahren 2025/26 zu beziehen, wie bei einer Informationsveranstaltung der Behörde am Montagabend in Bad Elster mitgeteilt wurde. Aktuelle Berechnungen gehen von einer Investitionssumme in Höhe von 43,3 Millionen Euro aus. Entstehen soll ein Haus als Demonstrationsprojekt, das alle technischen Raffinessen mit Blick auf nachhaltiges und energieeffizientes Bauen vereint. "Wenn es nicht das Umweltbundesamt macht, wer soll es dann machen", sagte Antje Schindler, Referatsleiterin für Bau und Technik in der Bundesbehörde mit Sitz in Dessau-Roßlau. Das Aussehen des Gebäudes soll bei einem interdisziplinären Architektenwettbewerb ermittelt werden.

Mit der Grundsatzentscheidung für den Neubau stärkt die Behörde den Standort Bad Elster in einer Zeit, in der sie selbst gerade einen Konzentrierungsprozess vollzieht. Denn von derzeit sechs großen Standorten sollen nur vier übrig bleiben. Dass Bad Elster mit seinen 60 Mitarbeitern dabei ist, habe auch mit der Historie dieser Niederlassung zu tun, so Schindler. Behördliche Trinkwasser- und Wasserforschung gibt es im Kurort seit über 70 Jahren. Mit dem Neubau erhält Bad Elster eine Standortgarantie. Bauverantwortliche Antje Schilder sprach deshalb "von einer großen Chance für den Standort". Das sieht auch Bürgermeister Olaf Schlott (Unabhängige Bürgerschaft) so. "Wir freuen uns sehr, dass die Außenstelle in Bad Elster bleibt. Es ist wieder eine große Investition für unseren Ort."

Der Neubau-Absicht ging im vergangenen Jahr eine umfassende Untersuchung von Optionen voraus. Ergebnis laut Antje Schindler: "Die wirtschaftlichste Variante ist ein Neubau." Mehrere Grundstücke im Umkreis des bisherigen Standorts im Stadtkern von Bad Elster wurden im Anschluss betrachtet. Die finale Abwägung erfolgte zwischen einem Neubau auf einem Bauhof-Grundstück der Sächsischen Staatsbäder GmbH in der Nachbarschaft des Großparkplatzes am Ortseingang und Abriss und Neubau am Altstandort. Letztere Variante hätte mit 48,8 Millionen Euro zu Buche geschlagen und schied deshalb aus.

Die Außenstelle des Umweltbundesamtes in Bad Elster beschäftigt sich mit allen Fragen der Trinkwasserhygiene. Oberste Maxime: keine Krankheiten durch Wasser. Die Behörde liefert ihre Erkenntnisse an Bundesregierung und Weltgesundheitsorganisation. Spezialgebiet der Forscher ist die rasche Bewertung von aktuellen Gefährdungen beziehungsweise Debatten. Aktuelles Beispiel ist Mikroplastik.

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