Und sie wachsen doch! Vogtländer findet mehr als 100 Steinpilze auf einen Schlag

Michael Meinel aus Oberzwota wollte eigentlich am Dienstag mit seinem Hund nur in den Wald gehen, um sich die Beine zu vertreten und nebenher ein paar Pilze für das Abendbrot zu sammeln. Und dann glaubte er seinen Augen kaum zu trauen: "Überall Steinpilze, dicht an dicht, auf einer Fläche von vielleicht gerade einmal 100 Quadratmetern. Ich bin jetzt 70 Jahre alt, aber so etwas habe ich bisher noch nicht erlebt." Nicht nur zwei Beutel waren prall gefüllt, sondern der Glückspilz musste sogar noch seinen Pullover ausziehen, um den Fund unterzubringen. Wo genau Michael Meinel eine solche Menge - er zählte mehr als 100 Exemplare, bevor er mit dem Putzen begann - wunderbarer, knackiger und fast durchweg wurmloser Steinpilze gefunden hat, mag er natürlich nicht verraten. Nur so viel: "Ich bin wieder zu einer Stelle gegangen, die mir schon als Kind mein Vater gezeigt hat." Den größten Teil des Fundes überlässt er den Kindern: "Die werden sich freuen, denn selbst haben sie wenig Zeit, auf Pilzsuche zu gehen." (eso)

 


Bewertung des Artikels: Ø 3.8 Sterne bei 5 Bewertungen
13Kommentare
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  • 1
    1
    Zeitungss
    28.08.2019

    @saxon: Ich habe einige Jagdorgien miterlebt, deshalb auch meine Anmerkung. Der "Pilzräuber" ist dagegen ein scheues Reh. Jetzt brauchen Sie nur noch glaubhaft zu machen, dass die "verschossene" Munition wieder eingesammelt wurde. Wenn eine Hundertschaft Treiber durch den Wald geschickt wird und unter dem Strich zehn Treffer zu verzeichnen waren, ist das natürlich weitestgehend in Ordnung. Man könnte das jetzt noch weiter ausschlachten, es ging hier allerdings nur um die fürchterliche und abscheuliche Tat eines Schwammerlsuchers. Wies sonst die Natur noch vergewaltigt wird, müssen wir uns hier nicht auseinandersetzen, es würde den Rahmen sprengen.

  • 2
    0
    saxon1965
    28.08.2019

    @Zeitungss: Dass Bäume mit Blei gefüttert werden ist mir neu! Auch Raubbau am Wald findet so in Deutschland nicht statt, denn wir haben ein Waldgesetzt welches den Erhalt bzw. die nachhaltige Nutzung vorschreibt. Sollten sie meinen, dass das Ernten von Holz, der Umbau zu natürlichen widerstandsfähigeren Wäldern (die natürlich nicht mehr so aufgeräumt aussehen) Raubbau sein sollte, dann irren sie wieder.
    Dass es durch Autobahn-, Städtebau oder anderen raumgreifenden Aktivitäten zu Flächenversiegelungen und auch Waldverlust kommt bestreite ich nicht. Obwohl der Gesetzgeber auch hier Ausgleichsmaßnahmen vorsieht. Was den Schutz der Wälder betrifft, können sich Skandinavier, Kanadier, Russen, Afrikaner und nicht zuletzt Südamerikaner eine große Scheibe von uns abschneiden.
    Wenn sie meinen, dass die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen, sprich der Nahrungsbeschaffung durch Jagd, einem Raubbau gleich kommt, dann hoffe ich nur, dass sie mindestens Vegetarier sind und für den Anbau ihres Gemüses niemals je ein Baum gerodet wurde.
    Dass es gelegentlich Missstände und negative Ausnahmeerscheinungen bei der Jagd gibt (älteste Nahrungsbeschaffung), leugne ich ebenfalls nicht. Nur ist es da wie in allen Bereichen unseres gar so menschlichen Lebens, das schwächste Glied ist der Mensch und man sollte nichts verallgemeinern.

  • 0
    2
    Zeitungss
    28.08.2019

    @Saxon: Einem der Ahnunglosen fällt nun auf, dass so mancher Raubbau am Wald bei Ihren Betrachtungen fehlt. Neben den Freilaufenden Hund finden dort ganz andere Veranstaltungen statt, z.B. wenn die Bäume durch die Jagdgesellschaften mit Blei gefüttert werden. Wenn schon, dann doch bitte ALLES.

  • 5
    2
    saxon1965
    27.08.2019

    @Ich121959: Geben sie sich keine Mühe, denn die Ahnungslosen wiegen sich im Recht! Leider lässt der Wissenstand auf dem Gebiet der natürlichen Zusammenhänge sehr zu wünschen übrig. Dazu kommt dann noch die Einstellung "Die paar Pilze, Maiglöckchen, Enteneier usw. die ICH nehme..."
    Selbst in einem Naturschutzgebiet (erkennbar an der schwarzen Eule auf gelben Grund) werden munter Pilze gesucht und nebenbei darf der geliebte Hund ohne Leine rumtollen.
    Ehe wir die Welt retten, sollten wir vor unserer Haustüre beginnen unsere UMWELT zu respektieren und zu schützen.
    Dem glücklichen Pilzsucher gratuliere ich und wünsche ihm mehr Bescheidenheit.
    Halte er es wie Nixnuzz vorschlägt und beim nächsten Mal sollten seine Kinder das Erlebnis selber suchen.

  • 4
    1
    Nixnuzz
    23.08.2019

    Möge der Sammler diese Menge ordentlich als Lebensmittel verwenden. Es war die reine Mengenlehre, die ihn hypothetisch in Verruf gebracht hat - und der Neid der Ahnungs- und Besitzlosen. Möge ein gesunder Verteilungsgrad im Nachgang diesem Ereignis die entsprechende Würde erteilen...

  • 6
    4
    Ich121959
    23.08.2019

    @Zeitungss Sie haben es nicht verstanden. Richtig ist, dass Pilze sammeln dem Pilz nicht schadet. Ein Vergleich: Ein Obstbaum geht auch nicht ein, wenn Früchte gepflückt werden. (Pilze sind ja auch nur die Fruchtkörper) Wenn aber viele Personen animiert werden, auf der Streuobstwiese kostenlos Früchte zu ernten, werden viele folgen. Dabei können viele Äste abbrechen und im nächsten Jahr gibt es keine oder sehr wenige Äpfel, Birnen oder Pflaumen. Es werden Vögel und andere Tiere vertrieben und der Unterwuchs wird zertreten und den Insekten fehlen die Futterpflanzen etc. Und so ist es auch im Wald oder ähnlich. Vergleiche hinken bekanntlich immer etwas.
    Was sonst mit dem Wald geschieht, ist mir klar, ist aber nicht das Thema hier.

  • 5
    3
    Zeitungss
    23.08.2019

    @Ich121...: Pilze wurden schon zu allen Zeiten gesammelt und verspeist. Der Wald hat das bisher überstanden und musste ganz andere Dinge über sich ergehen lassen, wenn ich zum Beispiel an die Jagdorgien denke, wo nicht selten der Bestand der Bäume mit Blei gefüttert wird. Dazu ist hier NICHTS zu hören.
    Und wer keine Pilze kennt, sollte sie nicht sammeln, ich gehöre zu denen.

  • 9
    2
    Ich121959
    23.08.2019

    Ich will keinen den Spaß am Pilze sammeln und essen nehmen. Und es geht mir auch nicht darum jemanden zu bestrafen. Allerdings sind die Gesetze so, ob ich die nun richtig oder falsch finde. In anderen Bundesländern sind schon Sammler mit 400 € Strafe belegt wurden und das ist dann eine teure Mahlzeit. Mir geht es nicht um den Glücklichen, sondern um die Presse und ihrer Sensationshascherei und deren Folgen. Aus der Erfahrung heraus weiß ich, was das für einen Reaktion der Menschen nach sich zieht. Wälder werden regelrecht bevölkert und das ist nicht gut. Da rennen viele in den Wald, die null Ahnung haben und nehmen jeden Pilz mit, weil die Erhofften nicht zu finden sind. Pilzberater werden zur Sortiermaschine oder es kommt zu Pilzvergiftung. Darum geht es. Darum macht euch zum Motto: Der Glückliche genießt und schweigt.

  • 13
    4
    Zeitungss
    23.08.2019

    @Ich121...: Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, ist die SOKO "SCHWAMMERL" schon geründet um mit allen Mitteln den Mann zur Verantwortung zu ziehen. Unklar ist nur noch, wie er die bereits verzehrten Pilze berechnet bekommt, es ist Staatseigentum und die Menge nicht mehr genau nachweisbar. Eine von Experten durchzuführende Hochrechnung könnte dabei weiterhelfen.

    Lasst dem Mann mal etwas Freude über seine Ernte, auch wenn der Gedanke bei Bürokraten nicht aufkommt.

  • 7
    10
    Ich121959
    22.08.2019

    Dies ist eine strafbare Handlung. Und die Presse veröffentlicht diese auch noch.

    Erstens darf laut Naturschutzgesetz Sachsen nur kleinere Mengen für den Eigenbedarf aus der Natur entnommen werden. Und Zweitens ist der Steinpilz (Boletus edulis) auf der Bundesartenschutzliste der geschützten Arten. Hier sind nur kleine Mengen (1 Kilo) erlaubt. Guten Appetit

    Ein Pilzberater aus Chemnitz

  • 11
    6
    Nixnuzz
    22.08.2019

    Gibts da nicht eine Mengenbeschränkung für das Einsammeln von Pilzen? So wie da beschrieben war das mehr als nur ein "Körbschen" voll. In der Eifel gibts bei den Mengen Ärger...

  • 7
    0
    Zeitungss
    22.08.2019

    @math...: Die Eigentumsfrage kann hier niemand klären und man wird es auch nicht wollen. Hätte der Herr seinen reichlichen Fund vor meiner Tür abgestellt, ich hätte absolut nicht dagegen.
    Dem Sammler weiterhin viel Erfolg.

  • 6
    2
    mathausmike
    22.08.2019

    Wie kommt der zu meinen Pilzen? :-)



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