Unwetterschäden sind Aufgabe für Jahre

Die Folgen des Hochwassers Ende Mai werden die Gemeinde Mühlental noch sehr lange beschäftigen. Ab nächstem Jahr soll grundhaft gebaut werden.

Unterwürschnitz.

Wie von einer Riesenfaust zerschmettert zeigt sich die Bergstraße in Unterwürschnitz drei Monate, nachdem das Unwetter Ende Mai die Gemeinde Mühlental mehrfach schlimm erwischte. Dazu die zerstörte Würschnitzgasse, die in Mitleidenschaft gezogene Straße in Richtung Oberwürschnitz, Teiche, Spielplatz, die Schäden im benachbarten Marieney - die Kommune wird noch Jahre an dem Hochwasser zu knabbern haben. Ab nächstem Jahr soll grundhafter Bau die Schäden beheben. "Wenn wir im zeitigen Frühjahr zu einer Ausschreibung kommen und Firmen finden, sind wir sehr schnell. Es ist eine sehr große Maßnahme, die bestimmt in zwei, drei Abschnitten gemacht werden muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass das in mehreren Jahresscheiben passiert, ist sehr groß", schätzte der Schönecker Bauamtsleiter Ralf Seckel gestern Mittag nach Besichtigung der Schäden für den Bau in Unterwürschnitz ein.

Der Mühlentaler Bürgermeister Andreas Kracke (Mühlentalfreunde) hatte den CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Heinz eingeladen, um so zu erreichen, dass auch in der Landesregierung davon Notiz genommen wird, wie schwer es Mühlental getroffen hat. Heinz war baff. "Das ist ja der Wahnsinn", staunte der 58-Jährige, selbst Landwirt, über das Ausmaß der Zerstörungen. In Unterwürschnitz sammelten sich Wasser und Schlamm wie in einem Trichter - vom Kamm über die Felder durch den Ort bis in den Grund des Würschnitzbaches. Dabei hat das schnelle und gute Miteinander Ende Mai noch Schlimmeres verhindert, ist Kracke überzeugt. "Hut ab vor der Leistung von Herrn Staer in seiner Funktion, Hut ab vor dem Bauhof und den Feuerwehrleuten", sagte Kracke. "Aber auch viele Nachbarn in Unterwürschnitz, Oberwürschnitz, Marieney haben sich gegenseitig geholfen, auch mit Pumpen. Die Nachbarschaftshilfe hat viele vor größeren Schäden geschützt", schätzte der Bürgermeister ein. Bereits am 25. Mai wurden die Schäden erfasst, danach war der Bauhof beschäftigt, die Zufahrt von der Marieneyer Straße zu den abgeschnittenen Häusern im Talgrund am Ende der zerstörten Würschnitzgasse herzustellen. "Es ist ein sehr ordentlicher Notweg geworden", lobte Kracke - für Anlieger, Retter, Zulieferer, nun auch mit Wendemöglichkeit.

Zur Ratssitzung im September werden Planer für die Sanierung der zerstörten Infrastruktur beauftragt. "Nicht möglichst schnell, sondern möglichst gründlich" müsse die Devise sein, so Heinz. Nach seinen Worten kann für die Sanierung mit 90 Prozent Förderung über kommunalen Straßenbau sowie Gewässer 2. Ordnung gerechnet werden. Wie die Gemeinde ihren Eigenanteil aufbringt, könne er derzeit nicht sagen, so Kracke - die Gemeinde ist finanziell schwer angeschlagen. Heinz versprach Unterstützung, wenn bei Detailfragen die Säge klemmt.

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