Verkauf von Wohnblock platzt: Gemeinde ringt um Lösung

Der Erwerber aus Plauen will die Immobilie in Schönbrunn nicht mehr haben. Der zweite Bieter, der auch 96.000 Euro zahlen wollte, bereitet einigen Räten Bauchschmerzen.

Bösenbrunn.

Wenige Wochen nach dem Verkauf hat die Gemeinde Bösenbrunn das kommunale Mehrfamilienhaus Hauptstraße 40c in Schönbrunn wieder auf dem Tisch. Grund: Der Erwerber aus Plauen ist vom Kaufvertrag zurückgetreten. Das teilte Bürgermeister Berthold Valentin (Action gemeinsame Liste Bösenbrunn) im Gemeinderat mit. Was nun mit der Immobilie wird, darüber gehen die Meinungen aber weit auseinander.

Das Angebot des zurückgetretenen Käufers, sein Bruder könnte an seiner statt das Haus erwerben, will Valentin auf gar keinen Fall annehmen. "Der Bruder hat sich an dem Verkaufsverfahren ja nicht beteiligt. Rechtlich gesehen ist das nicht in Ordnung", sagte er und erhielt Rückendeckung von Gemeinderat Jörg Seidel (Abgeordnete der Bürger). Valentins Vorschlag: Der zweite Bieter, eine Immobilienfirma aus Frankfurt am Main, kommt zum Zuge. Wie der Plauener hatte sie das Mindestgebot von 96.000 Euro für die Immobilie abgegeben - und steht dazu, wie sich Valentin schriftlich versicherte. Valentins Vize Gunter Reichelt (Action gemeinsame Liste Bösenbrunn) erklärte, er wäre dafür - und gegen eine zweite Ausschreibungsrunde.

Diese Sichtweise stieß im Rat auf Widerspruch. Christian Rödel (Abgeordnete der Bürger) plädierte für eine Neuausschreibung der Immobilie. Mehrere Abgeordnete hatten Bauchschmerzen, den Wohnblock an eine weit entfernt sitzende Immobilienfirma zu geben - ein regionaler Bieter wäre bei Problemen schneller greifbar, hieß es. "Wir haben das Für und Wider abgewogen. Es gab genug Gründe gegen eine Immobilienfirma", erinnerte Seidel. Rico Steudel (Abgeordnete der Bürger) schlug vor, dass die Gemeinde Eigentümer bleibt. In diesem Fall käme aber ganz viel auf die Gemeinde zu, verwies Valentin auf erheblichen Investitionsbedarf im Gebäude. Deshalb habe sich der Rat ja auf einen Verkauf des Hauses verständigt.

Mit dem Vorschlag von Thomas Schönweiß (Action Bürger Schönbrunn) konnten indes viele Räte mitgehen: Der Bürgermeister holt Referenzen der interessierten Immobilienfirma ein und legt diese den Räten vor, bevor endgültig entschieden wird. Eine erneute Ausschreibung des Wohnblocks sieht Valentin als risikoreich an. Dann bestehe die Gefahr, dass der jetzige Kaufpreis nicht mehr erzielt werde, warnt er.

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