Vision in Bad Elster: Vor dem Kurhaus eine Fußgängerzone

Viel Verkehr und ein lärmendes Pflaster trüben seit Jahren die Idylle im Herzen der Kurstadt. Eine mögliche Lösung formuliert das neue Stadtentwicklungskonzept.

Bad Elster.

Die Stadt Bad Elster unternimmt einen erneuten Vorstoß, das Lärm- und Verkehrsproblem an der Badstraße zu entschärfen. Dort rollen werktags wie an Wochenenden Fahrzeuge in hoher Anzahl über das Kopfsteinpflaster - mit den entsprechenden Folgen. "Die Straße zerschneidet zudem das Areal zwischen Kurhaus und Albertbad", sagt Bürgermeister Olaf Schlott (Unabhängige Bürgerschaft). Er würde jedoch viel lieber das Gegenteil erreichen: "Das Areal räumlich verbinden und deutlich aufwerten." Schlott und seine Stadträte träumen deshalb von einer Flaniermeile zwischen Albertbad und Kurhaus. Der Verkehr soll dafür einen Bogen um das Areal machen und auf einer neuen Straße durch den Park hinter dem Kurhaus rollen. Olaf Schlott schätzt, dass dann etwa eine Hälfte der Fahrzeuge den Weg in Richtung Innenstadt und Neubaugebiet nimmt. Die andere Hälfte würde am König-Albert-Theater wieder in die Badstraße einbiegen. Auch der repräsentative Theaterplatz könne damit entlastet werden.

Die Debatte ist nicht neu. Bereits vor viereinhalb Jahren, seinerzeit noch unter Bürgermeister Christoph Flämig (Freie Wähler), wurde sie geführt. Auch die Vision einer Kurhausumfahrung lag damals auf dem Tisch. Der Bürgermeister, so der Ratsbeschluss damals, möge bei den Behörden des Freistaates Druck machen und "eine kurzfristige und zukunftsträchtige Lösung", wie es hieß, erzielen. Kurze Zeit später wurde Flämig abgewählt und Olaf Schlott übernahm die Geschicke im Rathaus. Seither hat das Thema Kurhausumfahrung öffentlich keine Rolle gespielt. "Wir haben einige vorsichtige Gespräche geführt", sagt Schlott. Zuständig für die Staatsstraße ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr des Freistaates.

Jetzt der neue Anlauf - und das durchaus mit Nachdruck. Bad Elster hat in den vergangenen Monaten sein neues Integriertes Stadtentwicklungskonzept erarbeitet. Jenes Papier, in dem Kommunen auf verschiedenen Themengebieten herleiten, welche Vorhaben ihnen in den nächsten zehn Jahren besonders wichtig sind. Die Verlegung der Ortsdurchfahrt und die anschließende Gestaltung der Badstraße zur repräsentativen Fußgängerzone taucht dort gleich in drei Fachkonzepten (Städtebau, Verkehr und Wirtschaft/Tourismus) an erster Stelle auf. Ob Schritte in diese Richtung unternommen werden können, hängt dabei auch vom Denkmalschutz ab, der eine Querung des Albertparks erlauben müsste. Eine großräumige Umgehungsstraße, ebenfalls vor Jahren diskutiert, sieht Schlott als schwer realisierbar und wenig zielführend an. Der meiste Verkehr werde durch Gäste, Belieferungen und Beschäftigte von Kliniken und Hotels verursacht. Und die müssten nun mal rein in den Ort.

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