Vogtländer fahren mit Mopeds nach Ungarn

Zwei 16-Jährige aus dem Oberland waren mit einer SR 50 und einer Schwalbe auf großer Tour. 2000 Kilometer knatterten sie insgesamt - und haben jetzt Lust auf mehr.

Markneukirchen/Muldenhammer.

Wie es manchmal so ist: Anfangs spukte den beiden 16-Jährigen nur eine fixe Idee durch den Kopf. Dabei blieb es nicht: "Wir haben uns vorgestellt, dass es ziemlich geil wäre, mit dem Moped nach Ungarn zu fahren", erzählt Anthony Schicker. Er wohnt in Markneukirchen, Elias Frank in Morgenröthe-Rautenkranz. Sie kennen sich von der Schule in Schöneck. Warum gerade Ungarn? Weil dort erstens die Schwiegereltern von Anthonys Vater Robby leben und zweitens die Fahrt nach Nyékládháza bei Miskolc mit einem zweiwöchigen Urlaub verknüpft werden konnte.

Anthony fährt eine Schwalbe, Elias eine SR 50 Enduro, beide Baujahr 1984 und der ganze Stolz der Jungen. "Ein Simson-Moped ist unverwüstlich", versichert Elias. Was bei Fahrten im Vogtland nicht anzuzweifeln ist. Bei einer solch langen Fahrt über insgesamt mehr als 2000 Kilometer hin und zurück könnte Zuverlässigkeit allerdings ihre Grenzen haben. Hatte sie aber nicht. "Zwischendurch hatten wir keine Panne. Die Maschinen sind geschnurrt wie sonst was", ist Anthony stolz.


Nur beim vorher geplanten Abschnitt durch die Niedere Tatra mit Höhenunterschieden von bis zu 160 Metern ging es langsamer voran. Und da mit Mopeds eine Autobahn nicht befahren werden darf, wichen Anthony und Elias auf Nebenstraßen aus. Bei 60 Stundenkilometer verursachten sie hin und wieder einen Stau. Doch ungeduldig oder gar wütend wurden sie dabei nicht angehupt, dafür freundlich und aufmunternd. "Wenn wir durch kleinere Orte gekommen sind, dann haben uns die Leute hinterhergeschaut. Vor allem bei der Rückfahrt durch Österreich. Mopeds wie unsere und zwei Typen wie wir sind dort nicht oft zu sehen", erzählt Anthony.

Zwei Tage jeweils für die Hin- und Rückfahrt brauchten Anthony und Elias für ihre Tour. Besser gesagt: So lange haben sie sich die Zeit dafür genommen. Mit einer spontanen, vorher nicht geplanten und gebuchten Übernachtung zwischendurch. "Wenn man mit einem Moped durch die Landschaft fährt, dann erlebt man sie viel näher als im Auto", findet Elias. Alle drei Stunden legten sie eine Pause ein, wenn der Po zu brennen begann, um die Glieder zu lockern. Bei den Zwischenstopps saßen sie dann mit Anthonys Vater Robby und seiner Frau Bea zusammen. Sie bildeten das Begleitteam des Duos, fuhren per Auto dem Moped-Tempo angepasst vornweg oder hinterher - nur für den Fall, dass etwas Unvorhergesehenes eingetreten wäre.

Kaum, dass die beiden Simson-Fans wieder daheim waren, planen sie auch schon die nächste gemeinsame Unternehmung: 2020 wieder nach Ungarn, dann aber auf einer anderen Strecke und ohne elterliche Eskorte.

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