Vogtländer schlägt neue Struktur für Lernsax vor

Elternvertreter ärgert sich und hat einen Vorschlag für Dresden

Falkenstein/Dresden.

Login zur Zeit leider nicht möglich - nachdem die erste Homeschooling-Woche im zweiten Lockdown vor den Weihnachtsferien so begann, setzten sich die Probleme mit der sächsischen Lernplattform Lernsax auch in der ersten Schulwoche des neuen Kalenderjahres so fort. Jens Uhlmann hat als Mitglied des Kreiselternrates (KER) und betroffener Vater dafür kein Verständnis. Zumal Anfang Januar verkündet worden war, dass die Probleme behoben seien, sagt er. "Wir brauchen fürs digitale Lernen funktionierende Systeme", fordert der Falkensteiner. Er hoffe, dass das in Dresden nun mal ankommt, ergänzt er.

Uhlmann ist selbst IT-Fachmann und sieht eine Lösung, um die permanenten Überlastungsprobleme abzustellen: Die Plattform müsse kleinteiliger organisiert und auf mehrere Rechenzentren verteilt werden. Dabei verweist er auch auf regionale Anbieter. Bei rund 400.000 Schülern, die täglich um 8 Uhr morgens auf die Plattform zugreifen, sei es nicht verwunderlich, wenn es regelmäßig zu Überlastungen komme, rechnet er vor. Aus diesem Grund sei es im Moment auch nahezu unmöglich klassenweise Videokonferenzen über Lernsax durchzuführen, obwohl die Plattform theoretisch diese Möglichkeit bietet. Der Elternvertreter weiß, dass vielerorts im Vogtlandkreis dabei auf andere Software zurückgegriffen wird.

Dem Kreiselternrat sei bekannt, dass es "überall klemmt und knirscht", jede Schule mache auch ein Dreivierteljahr nach dem ersten Corona-Lockdown ihr eigenes Ding, zieht Jens Uhlmann Bilanz und erläutert am Beispiel der Klasse seines Sohnes: "Dort gibt es gerade mal einen Lehrer, der sich an das Thema Unterricht per Video wagt."

Laut Kultusminister bietet Lernsax genügend Kapazität. Davon berichtet der CDU-Landtagsabgeordnete Sören Voigt auf Anfrage. Christian Piwarz (CDU) habe in der Fraktionsvorstandssitzung am Montag erklärt, es sei technisch nachgebessert worden und das System zu Beginn der dritten Homeschooling-Woche einwandfrei gelaufen.

Jens Uhlmann wirft den Verantwortlichen in Dresden vor, in Sachen digitales Lernen "den Sommer komplett verschlafen" zu haben. Schon im Oktober hatte er als Vertreter des KER vor erneuten Schulschließungen gewarnt und darauf hingewiesen, dass Homeschooling nach einer "völlig neuen Form von Pädagogik" verlange.

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