Vogtländerin eifert Gitarrengott aus Uruguay nach

Gestern endete in Erlbach das 25. Internationale Festival Abel Carlevaro "Gitarre und Natur". Jule Köhler aus Weischlitz war die einzige Teilnehmerin aus der Region.

Erlbach/Weischlitz.

Zwei Lebenskreise sind auf unbewusste Weise miteinander verknüpft. 2001 schloss sich der von Abel Carlevaro, mit dem Erlbacher Geigenbaumeister Eberhard Kreul Initiator und bis zu seinem Tod Spiritus Rector des Festivals "Gitarre und Natur". Im gleichen Jahr wurde Jule Köhler aus Weischlitz geboren. Beide konnten sich nie persönlich kennenlernen.

Dennoch: "Vor zehn Jahren habe ich mit dem Gitarrenspiel angefangen und bin im Laufe der Zeit auch mit der Musik von Abel Carlevaro in Berührung gekommen. Er war ein Meister und hat mich mit seiner Gitarrenschule Spieltechnik, seinem Gefühl sehr beeindruckt. Er ist mein Vorbild", sagt Jule Köhler, die in Plauen das Vogtland-Konservatorium besucht und im Bläser-Orchester spielt, Schülerin am Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz und Mitglied der Mosens Brass Band ist. Voriges Jahr hörte sie das Abschlusskonzert beim Festival im Alten Schloss, wo Patrick Zeoli "Aires de Malambo" von Abel Carlevaro zelebrierte. "Davon war ich so begeistert, dass ich das Stück auch unbedingt erlernen wollte. Deshalb bin ich nach Erlbach als Teilnehmerin gekommen. Mario Gropp aus Breitenfeld, bei dem ich meine Gitarre gekauft habe, hat mich dazu ermutigt."

Jule Köhler schätzt Christine Müller, ihre Lehrerin am Vogtland-Konservatorium, sehr hoch, "weil sie uns die Musik vorlebt". Bei den Kursleitern Eduardo Fernández, Patricio Zeoli und Leon Frijns erhoffte sie sich neue Anregungen und Anstöße, um ihre Technik zu verbessern und zu erweitern. "Das hat sich voll erfüllt. Ich habe beim Festival viel Neues und Wichtiges erfahren, das mich voranbringt, und interessante Leute aus anderen Ländern kennengelernt." Wissensdurstig und ehrgeizig ist die junge Weischlitzerin. Vor zwei Jahren erreichte sie beim Regionalwettbewerb Jugend musiziert als Solistin und 2016 im Duo jeweils einen zweiten Preis.

"Ich hatte keine Berührungsängste, als Jüngste nach Erlbach zu kommen, und dass wir uns alle in Englisch unterhalten haben, war auch kein Problem. Es ging bei den Kursen locker zu und wir haben uns wie in einer großen Familie gefühlt. Schade ist nur, dass nicht mehr Gitarristen aus dem Vogtland dabei waren. Ich bin jedenfalls ein bisschen traurig, weil das Festival jetzt schon vorbei ist."

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