Vogtländische Melker gut aufgestellt

Vier Sieger dürfen den Landkreis überregional vertreten, einer muss zu Hause bleiben, weil es das Robotermelken als Kategorie nur im Vogtland gibt.

Geilsdorf/Eichigt.

Die Sieger des 15. Vogtländischen Berufswettbewerbes der Melker stehen fest. 18 Teilnehmer wetteiferten in den zurückliegenden Wochen an vier verschiedenen Melksystemen um beste Bewertungen. Zur Siegerehrung waren am Freitagabend Ausrichter und Teilnehmer nach Geilsdorf in die Gaststätte "Schöne Aussicht" gekommen. Die Erstplatzierten qualifizieren sich für den Landesmelkwettbewerb im Februar, der in Freiberg stattfinden wird.

Gewonnen haben: Ashurzoda Khayrulloi (Agrargenossenschaft Großzöbern), Maria Zöphel und Jessica Roth (Hofgut Eichigt) und Chris Volkmann (Landwirtschaftsbetrieb Gunter Stumpf in Meßbach). Eine Sonderstellung nimmt Tim Winkler vom gleichnamigen elterlichen Landwirtschaftsbetrieb aus Schönberg ein, der seine Lehre im thüringischen Langenwetzendorf auf dem Landwirtschaftsbetrieb Böttcher absolviert: Er gewann in einer Kategorie, die nur das Vogtland anbietet, die automatischen Melksysteme, besser bekannt als Melkroboter.

Zum dritten Mal in Folge und damit seit nunmehr sechs Jahren, geht der Absolventenverein des Vogtlandes mutig, aber als einziger in ganz Deutschland, voran und bietet zum Berufswettbewerb der Melker auch die Kategorie Robotermelken an. Alle anderen deutschen Ausrichter argumentieren, dass beim Robotermelken der Teilnehmer nicht melken muss, weil das in der Realität nicht zu seinen Arbeitsaufgaben gehöre. Das sei falsch, meinen die Vogtländer. Automatischen Melksystemen gehöre die Zukunft. Zwölf von 80 vogtländischen Betrieben haben bereits umgestellt, sachsenweit sind es etwa 100 von 600 Betrieben.

Dass bei diesem Melksystem der Landwirt nichts mehr mit dem Melken zu tun habe, stimme nur teilweise, argumentiert auch Julia Floß, die Geschäftsführerin des Absolventenvereins. "Beim Vormelken muss der Melker mehrere Strahlen Milch händisch aus dem Euter holen. Auch bei kranken Kühen kann Handmelken notwendig sein.

Auch Hans-Joachim Liepold vom Landeskontrollverband Sachsen, dem Träger des Wettbewerbes, wäre sofort bereit, jede Initiative zu unterstützen, das Robotermelken in den Wettbewerb aufzunehmen. "Die Situation in der Landwirtschaft ist zurzeit aber so angespannt, dass viele gar nicht den Kopf frei haben, sich derartige Gedanken zu machen", vermutet er.

Mangelnder Nachwuchs ließ nicht nur im Vogtland die Teilnehmerzahlen beim Berufswettbewerb der Melker schrumpfen. "Aber dafür haben wir es hier mit einem sehr motivierten und leistungsstarken Teilnehmerfeld zu tun", freut sich Julia Floß über die Ergebnisse.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...