Vogtland-Arena: Weltklasse unter einer Geisterkulisse

Zum ersten Mal in der Geschichte der Arena waren keine Zuschauer für einen Wettkampf zugelassen. Das hatte teilweise etwas Gespenstisches an sich.

Klingenthal.

Dass der Tag mit dem Griff zum Fieberthermometer und dem Handy beginnt, ist zwar nicht normal, aber in diesen Coronazeiten die Norm, vor allem beim Continentalcup der Nordisch Kombinierten in der Vogtland-Arena. Nach einem negativ verlaufenen Schnelltest vor dem Wettkampf musste für jeden der drei Tage morgens eine Selbstauskunft eingereicht werden. Dazu war auf der Akkreditierung ein QR-Code per Handy einzuscannen. Der wurde anschließend vom Einlassdienst gegengecheckt. Erst dann war der Weg in die Arena frei.

Und die bot an diesem Wochenende ein völlig ungewohntes Bild. Verschneite, leere Traversen. Wer sich hinter der obligatorischen FFP2-Maske verbarg, war in vielen Fällen nur zu erahnen. Bei den Sportlern konnte da zumindest die Startnummer einen Anhaltspunkt geben, mit wem man es zu tun hatte. Selbst bei den Sprüngen, die der Norweger Simen Tiller auf über 140 Meter in Tal zog, blieb es still.

Über 100 Helfer hatte der VSC Klingenthal an diesem Wochenende im Einsatz, um den ersten internationalen Wettkampf des Winters abzusichern, informierte Geschäftsführer Alexander Ziron. Die Mitglieder des Tretkommandos an der Schanze kamen neben Klingenthal aus Schöneck und Oberwiesenthal, mit dabei war auch der ehemalige Klingenthaler Weltklasse-Springer Holger Freitag. Selbst Klingenthals Oberbürgermeister Thomas Hennig (CDU) stand mit auf dem Schanzenturm, um die Anlaufspur von Schnee frei zu halten.

Ungewöhnlich unter Coronabedingungen auch die traditionelle Siegerehrung, die gänzlich ohne Prominenz stattfand. Die Pokale und Siegerpreise wurden im Schanzenauslauf unter Aufsicht von Marika Ziron-Schröder auf einen Tisch gestellt. Dort holten die erfolgreichen Sportler sie ab, ehe sie auf das Podest stiegen, das mit Mindestabstand aufgebaut war. Selbst der Handschlag unter den Sportlern war tabu.

Der Continentalcup war für den VSC Klingenthal die Generalprobe für den Doppel-Weltcup am 6. und 7. Februar, bei dem erstmals die Nordisch Kombinierten und die Spezialspringer gemeinsam in der Vogtland-Arena zu erleben sein werden.

Diesmal waren die Sportler, Trainer und Betreuer in Hotels in Klingenthal, Zwota und Kottenheide untergebracht. Für die beiden Weltcups im Februar sollen zusätzlich Hotels in Schöneck, Muldenberg, Bad Elster und Plauen genutzt werden. Nach Informationen des Internationalen Skiverbandes (Fis) können dann auch 40 Medienvertreter die Wettkämpfe in der Vogtland-Arena verfolgen.

Da derzeit keine touristischen Übernachtungen möglich sind, werden die Einrichtungen speziell für die Sportler und ihrem Tross hochgefahren. "Wir müssen da schon im Vorfeld allen Beteiligten ein großes Dankeschön sagen", betont Ziron.

Die meisten Sportler werden direkt vom Skispringen aus Willingen und von der Nordischen Kombination aus Seefeld ins Vogtland reisen, und das voraussichtlich schon am 1. Februar, das ist ein Montag.

Für die Durchführung des Continentalcups am Wochenende erntete der VSC Klingenthal viel Lob. Abgesehen von Schwierigkeiten mit dem Wind gingen die drei Wettkämpfe unter Coronabedingungen reibungslos über die Bühne.

Ihre Premiere erlebte dabei die mobile Info-Tafel in der Vogtland-Arena. Der Auftrag dazu war im November 2019 an die LED Visual Sport Service GmbH Dresden vergeben worden. Das rund 202.000 Euro teure Vorhaben wurde vom Freistaat zu 85 Prozent gefördert. Über die Anlage wird künftig in Kooperation mit dem Tourismusverband Vogtland für Veranstaltungen in der Region geworben. Die Info-Tafel kann auch an anderen Veranstaltungsplätzen eingesetzt werden.

Da das seit langem geplante stationäre Windsegel noch nicht fertig ist, kommt weiter die mobile Variante zum Einsatz. Den symbolischen Spatenstich für das stationäre Windsegel hatte es bereits am 4. November 2019 gegeben. Rund 2,2 Millionen Euro umfasst die Investition, das Bauvorhaben wird zu gut 85 Prozent vom Freistaat gefördert. Es soll 2021 fertig werden.

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